Pandemie als Auslöser

Alk-Unfälle in der Steiermark auf Rekordniveau

Steiermark
13.11.2022 08:00

Seit Aufzeichnungsbeginn vor 30 Jahren gab es noch nie so viele betrunkene Autolenker wie heuer - und die promilleträchtige Adventzeit steht uns erst bevor. Tendenziell stieg der Alkoholkonsum während der Pandemie stark.

Für gewöhnlich sind die warmen Sommermonate die klassische Zeit, um sich betrunken hinter das Lenkrad zu setzen. Doch sieht man sich die Zahlen von 2022 an, dann scheint das Verlangen der Autolenker nach Bier und Spritzer schon seit Jahresbeginn sehr groß gewesen zu sein. „Verkehrsunfälle durch Alkoholisierung sind in der Steiermark in der ersten Jahreshälfte beinahe um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen“, sagt Oberstleutnant Kurz Lassnig von der steirischen Landesverkehrsabteilung.

Steirische Zahlen jetzt schon auf Rekordkurs
Ein Negativ-Trend, den andere Verkehrsexperten bestätigen können. Laut jüngsten Untersuchungen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) wurde im ersten Quartal ein Rekordwert an Alk-Unfällen (469) auf Österreichs Straßen verzeichnet - es ist der höchste Stand seit 30 Jahren.

Und auch die steirischen Zahlen sprechen Bände: Gab es 2020 im ganzen Jahr 3611 Anzeigen wegen Alkohol am Steuer, musste die Polizei heuer alleine bis September 3873 betrunkene Lenker aus dem Verkehr ziehen. Tendenz steigend. Und Weihnachtsfeiern und Adventmarkt-Besuche stehen noch bevor, sie bedeuten im Normalfall noch einmal einen Anstieg.

Dunkelziffer ist hoch
Hochgerechnet könnte also bis Jahresende ein Rekord von mehr als 5000 Anzeigen vorliegen. Und die Dunkelziffer der Alko-Lenker ist um ein Vielfaches höher.

Zitat Icon

Die Bevölkerung muss wissen, dass man überall und jederzeit in eine Fahrzeug- und Lenkerkontrolle der Polizei geraten kann.

Oberstleutnant Kurt Lassnig von der Landesverkehrsabteilung Steiermark

Corona-Pandemie hat Probleme beschleunigt
Wissenschaftlichen Studien zeigen, dass der Alkoholkonsum im Laufe der Corona-Pandemie tendenziell zugenommen und seitdem auch nicht mehr abgenommen hat. „Die Menschen haben im Homeoffice gearbeitet und da vermehrt zur Flasche gegriffen. Dieses Verhalten haben sie danach nicht eingestellt, sondern beibehalten“, erklärt Klaus Robatsch vom Kuratorium für Verkehrssicherheit.

Auch Drogen als Problem
Aber nicht nur Alkohol wurde in der Krise zum Problem. Auch Drogenanzeigen (hauptsächlich Cannabis) sind laut Polizei im Steigen. 126 Steirer wurden 2020 offensichtlich beeinträchtigt hinterm Lenkrad ertappt, im Vorjahr bereits 204. Heuer sind bisher 155 Drogenlenker (Stand 30. 9.) angehalten und angezeigt worden. Auch hier zeigt die Kurve steil nach oben - vor allem bei Jugendlichen: „Drogen werden in der Führerscheinausbildung viel zu wenig thematisiert“, sagt Experte Klaus Robatsch.

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