1,7 Millionen plus

Budget-Kürzung für die Bühnen Graz ist vom Tisch

Steiermark
11.10.2022 17:17

Rund um mögliche Einsparungen im Grazer Kultur-Budget flogen in den vergangenen Tagen die politischen Fetzen - sogar die erste Krise in der linken Rathaus-Koalition wurde ausgelöst. Am Dienstag gab es eine erste Einigung: Die Bühnen Graz (Oper, Schauspielhaus etc.) erhalten die zustehende Budgeterhöhung von 1,7 Millionen Euro.

Der Grazer KPÖ-Finanzstadtrat Manfred Eber ist im Dilemma: Die Teuerung wirft die Budgetplanung über den Haufen, es muss gespart werden. Auch in der Kultur? So zumindest die Idee. Vor allem die hohe Indexanpassung bei den großen Kulturtankern ist Eber ein Dorn im Auge, sie beträgt 8,7 Prozent und schlägt sich alleine bei den Bühnen Graz mit 1,7 Millionen Euro zu Buche.

Ein Eingriff dort wäre aber sehr heikel. Denn vertraglich ist die Stadt an die Anpassung gebunden. Hält sie sich nicht daran, wäre die Bühnen Graz gesellschaftsrechtlich sogar verpflichtet, die Indexierung einzuklagen. Rechtliche Schritte wurden bereits vorbereitet, wie die „Krone“ erfuhr.

Treffen brachte erste Lösung
Es dürfte aber nicht notwendig sein. Am Dienstag kam es zu einem kurzfristigen Runden Tisch, an dem neben Eber auch ÖVP-Kulturstadtrat Günter Riegler - er hatte die Sparpläne scharf kritisiert -, Kulturamtsleiter Michael Grossmann, Finanzdirektor Stefan Tschikof und Bühnen-Geschäftsführer Bernhard Rinner teilgenommen haben. Das Treffen „fand in einer sachlichen, konstruktiven Atmosphäre statt“, hieß es danach.

„Moderate Anhebung“ des Budgets für Freie Szene
Und: Eber habe sich dazu bekannt, dass der Finanzierungsvertrag mit den Bühnen Graz eingehalten wird. Zudem wurde vereinbart, dass Riegler und Eber bald wieder an einem Tisch sitzen, um über eine „moderate Anhebung“ des Kulturbudgets für die Freie Szene zu verhandeln. Diese hat ja keine vertraglich zugesicherte Anpassung und fürchtet, unter die Räder zu kommen.

Neue SPÖ-Chefin zeigt Kante
Ob mit dem Runden Tisch nun auch der koalitionsinterne Konflikt zu Ende ist, wird sich weisen. Die neue Grazer SPÖ-Chefin Doris Kampus hat ja am Wochenende Kante gezeigt und medial verlautbart, dass es mit ihr keine Kürzung im Kulturbudget geben werde. Sie forderte eine „umgehende“ Aussprache mit KPÖ-Bürgermeisterin Elke Kahr und der grünen Vizebürgermeisterin Judith Schwentner.

Diesen Termin soll es Ende nächster Woche geben. Dass Kampus aber in die Offensive ging, obwohl die Landesrätin kein Mandat in Graz hat, sorgt für deutliche Irritationen. Die nunmehrige Einigung bei den Bühnen Graz sieht Kampus als „einen ersten Schritt“. Es sei erfreulich, dass der Finanzstadtrat eingelenkt habe.

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