Endlich Lärmschutz

Deshalb jubeln Anrainer über „Mega-Deponie“ an A12

Tirol
15.09.2022 08:00

Aushubdeponien sind ständig ein Anlass für Bürgerproteste - doch in Ampass werden mit 365.000 m² Material die Lärmsorgen gelöst. Asfinag, Gemeinde und Transitforum sehen den Schulterschluss als beispielgebend.

Kaum fassen Unternehmen und Behörden irgendwo in Tirol eine Aushubdeponie ins Auge, sind Proteste der Anrainer fast schon garantiert. Gegenteiliges passiert nun im Ampasser Ortsteil Häusern, der in Hanglage direkt oberhalb der Autobahn liegt. Die Anrainer begrüßen bis Ende 2023 wohl jeden Lkw, der hier sein Material ablädt. Denn die gigantische Aufschüttung (600 Meter Länge, bis zu 16 Meter Höhe) ist nicht nur eine Form der Deponie, sondern der künftige Lärmschutz!

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Wir konnten ja kein Fenster aufmachen, den Platz ums Haus nicht genießen.

Christian Pramsoler und seine Frau Anita

Elfjähriger Kampf erfolgreich
„Kinder, die zu Beginn unseres Kampfes hier geboren wurden, sind schon elf Jahre alt“, erinnert Transitforum-Obmann Fritz Gurgiser an das Drängen und Betteln seit dem Jahr 2011. Zig Gutachten und Behördenverfahren später ziert das Logo des Transitforums sogar das Plakat an der Baustelle und beweist: Hier kooperierten mehrere Mitspieler: Asfinag, Gemeinde, Grundeigentümer. Klar, dass sich die Anrainer auf ruhigere Zeiten freuen: „Wir konnten ja kein Fenster aufmachen, den Platz ums Haus nicht genießen“, erzählen Christian Pramsoler und seine Frau Anita.

Fläche später wieder bewirtschaftet
Bisher bestand die einzige (geringe) Dämpfung des Lärms aus dem hohen Mais am Feld. Später kann die aufgeschüttete Fläche auch wieder bewirtschaftet werden. Asfinag-Geschäftsführer Stefan Siegele beziffert die Gesamtkosten mit rund 3,8 Millionen Euro. Mehr als ein Nebeneffekt: Manche Sorgen bei Großbaustellen, wo man den Aushub deponieren könnte, sind damit gelöst. „Unter anderem wird das Material des Brenner Basistunnels hierher geliefert“, betont Siegele.

Eigene Zufahrt von der Autobahn errichtet
Damit die Lkw-Fahrten weniger belastend sind, wurde eine eigene Zufahrt von der A12 errichtet. Die Vorarbeiten laufen seit Juni. Zufrieden zeigte sich bei einem Lokalaugenschein der Ampasser Bürgermeister Markus Peer: „Hier wurde gezeigt, was möglich ist, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen.“

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