Salzburgs Rettungswesen unterscheidet sich von jenen anderen Bundesländern. Aber: die Patienten sind überall gleich krank. Der Bundesverband Rettungsdienst, die Fachvertretung für Österreichs Sanitäter, fordert einheitliche Regeln und das Ausnützen gesetzlicher Möglichkeiten durch die Rettungsorganisationen zum Wohle des Patienten.
„Eines ist klar: Der Herzinfarkt ist überall gleich schlimm. Da kann es nicht sein, dass der Patient irgendwo schlechter oder besser behandelt wird“, plädiert Clemens Kaltenberger vom Bundesverband Rettungsdienst für bundesweit einheitliche Regeln und Notfallsanitäter auf den Rettungswägen.
Eine geplante Versorgung von Notfallpatienten durch die schlechter ausgebildeten Rettungssanitäter, wie in Salzburg, sei zu vermeiden. Generell müsse die Ausbildung der Sanitäter verbessert, die Kompetenzen erweitert und ein Berufsbild geschaffen werden. Bevor es aber daran geht, solle man die Möglichkeiten, die das Sanitätergesetz aktuell schon bietet, ausnützen. Denn: Notfallsanitäter könnten schon jetzt bei vielen Notfällen intravenöse Zugänge legen und Medikamente geben, bevor der Notarzt eintrifft. Allerdings unterscheidet sich die Palette an erlaubten Medikamenten von Bundesland zu Bundesland massiv.
Unsere Mitglieder sprechen sich für eine bessere Ausbildung und mehr Qualifikationen für Österreichs Sanitäter aus.
Clemens Kaltenberger, Vizepräsident Bundesverband Rettungsdienst
Die Idee vom Notfallsanitäter als Teamleiter in der Notfallrettung ist nicht neu und hat sich etwa in Niederösterreich oder Wien schon durchgesetzt. Gerade Niederösterreich ist für den Vergleich mit Salzburg interessant, denn dort gibt es ähnlich viele Notärzte pro Kopf, eine hohe Zahl von Ehrenamtlichen und teils weite Wege. Dort schickt die Leitstelle zu potenziell lebensbedrohten Patienten einen speziellen Rettungswagen, der mit Notfallsanitätern und entsprechender Ausrüstung, wie etwa einem Herz-Kreislauf-Monitor mit EKG-Funktion, unterwegs ist. Die Erfahrungen damit sind laut dem dortigen Chefarzt Berndt Schreiner sehr positiv.
In Salzburg plant das Rote Kreuz mit kommendem Jahr die ersten EKG-Geräte für die Rettungswägen zu beschaffen. Eine medizinische Notwendigkeit, denn Patienten mit Brustschmerzen sollen laut internationalen Leitlinien nach 10 Minuten ein EKG erhalten, um einen Herzinfarkt auszuschließen. Trotzdem sucht man ein solches Gerät in den allermeisten Rettungswägen in Salzburg bislang vergeblich, obwohl der Einsatz „Brustschmerzen“ oft von Sanitätern ohne Notarzt bewältigt wird.
Bald vorrangig Notfallsanitäter als Teamleiter am Rettungswagen einzusetzen sei laut Salzburger Rotem Kreuz jedenfalls nur werktags in der Stadt Salzburg geplant.









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