Der große Deo-Test

Schwitzen bekämpfen, ohne der Umwelt zu schaden

Oberösterreich
26.07.2022 12:00

Bei den momentanen Temperaturen ist ein gutes Deo wichtig. Die neuen Cremes sind sparsam in der Verpackung und auch praktisch für unterwegs. Doch nicht alle Deos aus der Dose glänzen: Sieben Produkte fallen bei Ökotest mit „ungenügend“ durch, berichtet der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer OÖ. Sie alle enthalten den Wirkstoff Aluminium und noch vieles mehr. 

Zwei Drittel - darunter alle 14 zertifizierten Naturkosmetika - können dagegen empfohlen werden! Deocremes mit vorwiegend natürlichen Zutaten vertreiben Gerüche primär durch Natron und manche enthalten zusätzliche Geruchskiller wie antibakterielles Zinkoxid oder adsorbierendes Talkum. Die neuen aus der Dose überzeugen im Testergebnis  fast durchwegs.

Wunderding ist keines dabei
Bei der Wirkung darf man aber nicht auf Wunder hoffen. Etliche Hersteller loben eine Wirkdauer von 24 und sogar 48 Stunden aus und einige konnten diese Versprechen auch mit überzeugenden Studien belegen. Eine sensationelle Wirkung darf man sich aber  nicht erwarten. Beispielsweise war bei einer Creme der Schweißgeruch der Teilnehmer nach 24 im Durchschnitt um neun Prozent geringer als bei unbehandelten Achseln. Laut Testern sind auch günstige Mittel vom Diskonter oder aus der Drogerie nicht schlechter.

(Bild: ©PhotoSG - stock.adobe.com)

Antitranspirants mit Aluminium und Problemstoffen
Antitranspirants enthalten Aluminiumsalze, die das Schwitzen reduzieren, indem sie die Schweißdrüsen verengen. Nachdem das Bundesinstitut für Risikobewertung jahrelang vor Antitranspirants gewarnt hatte, stellte es 2020 auf Basis neuer Studien fest, dass über die Haut sehr viel weniger Aluminium aufgenommen werde als bis dahin angenommen. Es bleibt das Problem, dass insgesamt aus Nahrung und Trinkwasser viel Aluminium aufgenommen wird. Durch den Verzicht auf ein Antitranspirant lässt sich eine zusätzliche Belastung vermeiden. Doch die Rezepturen enthalten noch jede Menge anderer Problemstoffe: Etwa Formaldehydabspalter, die nach und nach hochallergenes Formaldehyd freisetzen können, oder antibakteriell wirkendes Silberchlorid, das die Gefahr von Resistenzbildungen birgt.

Silikonöle in den Mitteln
In fast allen Antitranspirants stecken zudem Silikonöle, die sich der Umwelt teils nur langsam abbauen. Als besonders schwer abbaubar gilt dabei Cyclopentasiloxan (D5), das in den Deocremes der Marken Dove und Rexona als wichtigster Inhaltsstoff deklariert ist. Schlimmer noch: In beiden Cremes fand sich das als „vermutlich fruchtbarkeitsschädigend“ eingestufte Siloxan D4, eine häufige Verunreinigung von D5.

(Bild: Andrey Popov)

Vorteile der Deocremes aus der Dose

  • Für die gleiche Wirkung muss weniger verpackt und damit transportiert werden.
  • Während eine Creme punktgenau in der Achsel aufgetragen werden kann, geht bei einem Spray viel Deo in die Luft.
  • Eine Creme aus der Dose eignet sich für unterwegs, denn es kann nichts auslaufen und auf Reisen darf die Dose sogar ins Handgepäck.
  • Deocremes brennen auch nicht auf frisch rasierter Haut, denn sie enthalten im Gegensatz zu zu den meisten Deosprays keinen Alkohol. Im Gegenteil: Mit Inhaltsstoffen wie Sheabutter oder Kokosöl beruhigen und pflegen viele Produkte die Achseln.
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