22.03.2022 08:00 |

In den Ötztaler Alpen

Drama auf Grenzberg: Vater und zwei Söhne gerettet

In einem dramatischen, grenzüberschreitenden Rettungseinsatz wurde - wie bereits berichtet - in der Nacht auf Sonntag ein deutsches Bergsteigertrio in den Ötztaler Alpen geborgen. Ein abgestürzter 52-Jähriger kam mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus Trient, seine Söhne (25 und 28) erreichten nach einer nächtlichen Odyssee verletzt die Langtalereckhütte bei Obergurgl. Schutzengel standen zur Seite.

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Das Trio hatte am Samstag eine Skitour von der Langtalereckhütte (2430 m) auf den Mittleren Seelenkogel (3424 m) unternommen und war anschließend noch auf den Hinteren Seelenkogel (3470 m) direkt an der Grenze zu Südtirol aufgestiegen.

Als die drei gegen 16.30 Uhr abfahren wollten, rutsche der Vater beim Anschnallen der Ski aus und stürzte rund 100 Meter über die steile Ostflanke des Gletschers auf Südtiroler Seite ab. Die Söhne stiegen zum schwer verletzten Vater hinunter und schlugen Alarm.

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Wegen der Lawinengefahr konnten wir auch nicht zu Fuß vom Tal aufsteigen. Der Aufstieg hätte zudem zu lange gedauert.

Patrick Ennemoser von der Bergrettung Pfelders in Südtirol

Nebel und Schneefall
Die Wetterbedingungen – Nebel und Schneefall – machten eine zügige Rettungsaktion schwierig. Nach einem gescheiterten Anflugversuch des Notarzthubschraubers von Nordtiroler Seite aus mussten auch zwei Südtiroler Hubschrauber umdrehen. „Wegen der Lawinengefahr konnten wir auch nicht zu Fuß vom Tal aufsteigen“, informiert Patrick Ennemoser von der Bergrettung Pfelders in Südtirol „Der Aufstieg hätte zudem zu lange gedauert.“

Gegen Mitternacht gelangten die Bergretter dann doch per Heli und zu Fuß in die Nähe des Verletzten. Dank Wetterbesserung konnte der 52-Jährige schließlich vom Heli geborgen und ins Krankenhaus nach Trient geflogen werden. Die Söhne hielten sich dann freilich nicht an die Aufforderung, an Ort und Stelle zu bleiben.

Söhne erreichten die Hütte fast ohne Ausrüstung
„Sie stiegen bzw. fuhren ohne Licht zur Langtalereckhütte ab“, sagt Armin Achhorner, Einsatzleiter der inzwischen verständigten Bergrettung Obergurgl. „Dabei nahmen sie den Sommerweg, der sehr heikle Stellen beinhaltet.“

Die Konsequenz: Beide stürzten, verloren ihre Ski, Stöcke und einen Rucksack und erreichten - wie durch ein Wunder - gegen 2 Uhr früh die Langtalereckhütte. Die Brüder erlitten wohl nur Prellungen, die Bergrettung Obergurgl fuhr sie am Sonntagmorgen mit dem Skidoo ins Tal.

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