06.01.2022 06:00 |

Absagen von Kursen

Skischulpräsident: „Alle Branchen sind betroffen“

Die Skilehrer-Szene, speziell in Tirol, ist nach mehreren Clustern in Kritik geraten. Doch Corona-Fälle gebe es überall, nicht nur in den Skischulen, betont Richard Walter, Präsident des heimischen Skischulverbands.

Österreichs „oberster“ Skilehrer, der Tiroler Richard Walter, wehrt sich gegen das schlechte Image seiner Branche. „Die Corona-Problematik zieht sich durch die gesamte Gesellschaft, da sind wir natürlich auch betroffen“, meint Walter. Das Risiko steige mit der Größe der jeweiligen Skischule. „Wir verfügen über viele kleine Strukturen, diese Betriebe haben alle keine Schwierigkeiten.“

Er selbst habe in seiner Skischule, in der es auch Infizierte gibt, nur geimpfte Skilehrer angestellt. „Die wohnen außerdem nicht in großen Mitarbeiterhäusern, sondern sind in pensionsähnlichen Unterkünften mit Ein- bis Zweibettzimmern untergebracht, es gibt Sicherheitskonzepte. So gehen auch die anderen Skischulen in Österreich vor.“

Wo sich viele Leute aufhalten, seien Ansteckungen möglich, da könne keiner etwas dafür. Und wenn Kinder, die stärker betroffen sind, aus der ganzen Welt zum Skifahren ins Land kommen, seien Ansteckungen eben wahrscheinlicher.

„Die spüren nichts“
„Die Kinder haben aber in der Regel keine Symptome. Das Gleiche gilt für meine betroffenen Skilehrer – die spüren nichts“, sagt Walter. Er plädiert für eine Änderung bei den Quarantänebestimmungen. „Ich halte es für problematisch, gesunde Menschen als K1-Kontaktpersonen zehn Tage einzusperren. Hier muss sich die Politik etwas überlegen, sonst stolpern wir weiter von einem Desaster ins andere.“

Walter geht davon aus, dass die Skischulen durch die Saison kommen. „Wenn es bei Omikron leichtere Verläufe gibt, wird sich die Situation im Jänner beruhigen“, meint er. Denn die Skigebiete seien demnächst fast leer. „Wegen der Werbung durch die Politik und dem Zusperren von Märkten“, fügt er zynisch an.

Inzidenz explodiert
Unterdessen mussten in Salzburg Skikurse abgesagt werden. Und im Skiort Flachau lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwochmorgen bei 7627! Bei rund 60 Prozent der Infizierten handelt es sich um Tourismus-Mitarbeiter oder Skilehrer.

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