30.12.2021 12:42 |

Zahnarzt warnt in Buch

Immer mehr steirische Kinder leiden unter Karies

Noch vor ein paar Jahren schien es so, als würde Karies in der Steiermark „aussterben“, doch seit einigen Jahren steigen die Zahlen wieder - vor allem bei Kindern. Der junge Grazer Zahnarzt Ulrich Remschmidt will das nicht hinnehmen und hat ein Buch zu dem Thema geschrieben. Es soll vor allem Eltern aufklären.

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Es ist noch nicht lange her, da meldeten die Zahnärzte, dass Karies kurz davor war „auszusterben“, so erfolgreich hatte man in Österreich die Krankheit bekämpft. Doch seit einigen Jahren geht der Trend wieder in die andere Richtung: „Vor allem bei Kindern unter drei Jahren ist wieder ein deutlicher Anstieg von Karies zu beobachten“, weiß der Grazer Zahnmediziner Ulrich Remschmidt.

Zu viel und zu häufig Zucker
Die Gründe dafür sind vielfältig, aber ein wichtiger Aspekt ist die Ernährung: „Das Problem ist nicht die Menge an Zucker, sondern die Häufigkeit, mit der Kinder Zucker zu sich nehmen - etwa in den Frucht-Snacks oder in den Flascherl mit gesüßtem Tee oder Milch zum Einschlafen“, erklärt Remschmidt. Dadurch fehlt den Zähnen die Zeit zur Regeneration. Aber auch das Auftauchen der industriell gefertigten Nahrung sei ein Problem: „Wir essen zu oft, zu weich und zu nährstoffarm“, zitiert Remschmidt Studien zu dem Thema.

Bereits in vierter Generation ist der Grazer als Zahnarzt tätig. Unter anderem arbeitet er am LKH Graz in der Kinderklinik, wo er für Behandlungen unter Narkose zuständig ist: „Ich habe Mitleid mit jedem Kind, das bei mir am Tisch landet“, erzählt er. Und es sind viele: Bis zu einem Jahr muss man auf einen Termin warten. Bereits die erste Behandlung, die er dort vornahm, inspirierte ihn zum Kampf gegen Kinderkaries: „Ich habe in den Mund geschaut, und alles war schwarz. Als ich den Vater darauf ansprach, sagte er: ,Es sind ja nur die Milchzähne.‘“

Auch Milchzähne sind sehr wichtig
Wie diesem Vater sei vielen nicht bewusst, wie wichtig Milchzähne sind, klärt Remschmidt auf: „Sie sind unter anderem Platzhalter für die zweiten Zähne: wenn sie fehlen, kann es zu massiven Fehlstellungen kommen. Aber auch bleibende Probleme bei der Aussprache und der Entwicklung des Gesichts sind möglich.“

Um den Kindern schmerzhafte Karies oder gar operative Eingriffe unter Narkose zu ersparen, hat er begonnen, seine Tipps und Tricks aufzuschreiben: Die richtige Ernährung, tägliches Putzen und regelmäßige Kontrolltermine bei einem Zahnarzt seien dafür das Wichtigste. Nun ist all das auch in Buchform erschienen: „Es soll ein Nachschlagewerk für Eltern sein, wie sie die Kariesbildung bei Kindern verhindern können. Denn Karies ist eigentlich ganz einfach zu vermeiden - man muss nur konsequent sein“, sagt er.

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