29.12.2021 12:00 |

Debatte auch in Tirol

Feuerwerke zwischen Vergnügen und Verdammnis

Viele Tiroler wollen 2021 laut und farbenfroh beenden, doch Böller und Raketen sind in Verruf geraten. Das Land mahnt wegen tierischer Panik, Verletzten und Feinstaub - aber ein Verbot ist nicht in Sicht.

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Beim ständig zelebrierten Thema Nachhaltigkeit werden Feuerwerke keinen Preis gewinnen. Das geben sogar Branchenvertreter zu. Doch soll man den Menschen am Ende eines Jahres nicht ein paar Minuten Ausnahmezustand gönnen, der auch laut krachend und bunt sein darf?

Land weist auf negative Folgen hin
Die Mahnungen seitens des Landes sind eindeutig: „Der Feinstaub und die in den Raketen verarbeiteten Metalle belasten die Luft um ein Vielfaches als sonst. Zudem kommt eine Unmenge an Müll – oft durch die Explosionen in kleinste Partikel zerfetzt – in unseren Wäldern, Wiesen und Gewässern zu liegen. Diese Reste können niemals entsorgt werden“, betont LHStv. Ingrid Felipe. Im Dezember-Landtag beantragten die Grünen, über „Alternativen zum Jahreswechsel“ zu informieren.

Antrag im Landtag
Denn vielen, so die Begründung, sei offenbar nicht einmal bekannt, dass das Abfeuern von Feuerwerkskörpern der häufigsten Kategorie F2 im Ortsgebiet grundsätzlich verboten ist. Das Land möge bei der Bundesregierung für eine Feuerwerks-Einschränkung eintreten. Heiße Luft, wie man weiß, solange sich die Politik nicht zu einem generellen Verkaufsverbot (wie heuer erneut in Deutschland) durchringt.

Früh Gassi gehen, den Hund sichern
Die Folgen einer Silvesternacht spüren viele Tierbesitzer, etwa wenn sich Hund und Katze verkriechen oder gar in Panik davonlaufen. Der Tipp des Tierschutzvereins für Tirol: An Freilauf gewöhnte Hunde an Silvester an der Leine führen und ängstliche Tiere zusätzlich mit der Leine an Halsband und Geschirr doppelt sichern. Zu Silvester den sonst üblichen Abendspaziergang früher erledigen. „In der Silvesternacht häufen sich die Meldungen über zitternd aufgefundene oder vermisste Tiere“, heißt es. Bei Wildtieren ist die Dunkelziffer hoch: Niemand weiß, wie viele Tiere aufschrecken und dann orientierungslos an Hindernisse prallen oder abstürzen.

Verletzte und Brände
Das Land mahnt außerdem, dass Corona nach wie vor die Spitäler belaste, es sollten nicht auch noch Opfer von Böllern hinzukommen. Fast jede Feuerwehr kann über Einsätze durch „verirrte“ Silvesterraketen berichten. Innsbruck greift gegen private „Pyromanen“ durch - bis zu 3600 Euro Strafe!

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