24.12.2021 14:00 |

WK-Experte rechnet vor

„Ein Tag Lockdown in Tirol kostet 21,4 Mio. Euro“

Rund zehn Milliarden Euro kosteten die ersten drei Lockdowns das Land Tirol, wie die „Krone“ Anfang April ausführlich berichtete. Für den vierten Lockdown liegt nun auch eine Bilanz vor. Und auch wie viel ein Tag Zwangsschließung in Tirol kostet... 

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Der erste Lockdown brachte eine Milliarde Verlust, rechnete Stefan Garbislander, der Abteilungsleiter für Wirtschaftspolitik, Innovation und Strategie in der Tiroler Wirtschaftskammer, damals vor. Der zweite Lockdown brachte mit einer halben Milliarde wesentlich weniger Verlust.

Negativer Spitzenreiter war Lockdown Nummer drei mit 2,4 Milliarden Euro. Der Wertschöpfungsverlust der ersten drei Lockdowns belief sich somit auf 3,9 Milliarden. Inklusive des entgangenen Wachstums kam man auf die eingangs genannte stolze Summe.

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Die Betriebe haben sich mittlerweile an die Lockdowns gewöhnt und können sich besser darauf einstellen.

Stefan Garbislander

Vierter Lockdown der „billigste“
Für den vierten Lockdown hat Garbislander nun auch eine erste Bilanz, wie er im Gespräch mit der „Tiroler Krone“ vorrechnet: „Der Wertschöpfungsverlust betrug rund 400 Millionen Euro. Für die Berechnung des entgangenen Wachstums benötigen wir noch etwas Zeit.“

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Eine Woche Lockdown in Tirol kostet rund 150 Millionen Euro bzw. ungefähr 21,4 Millionen pro Tag.

Stefan Garbislander

Dass dieser Lockdown der „billigste“ war, liege daran, dass sich „die Betriebe mittlerweile schon daran gewöhnt haben und sich darauf einstellen konnten“. Stichwort „Click & Collect“. Außerdem fiel er nicht in die für Tirol besonders wichtige Hochphase der Wintersaison.

Prognose des Wachstums für 2022 in Ausarbeitung
Wie Garbislander weiter vorrechnet, „kostet eine Woche Lockdown in Tirol rund 150 Millionen Euro bzw. ungefähr 21,4 Millionen pro Tag“. Und wie sieht die Prognose für das neue Jahr aus? „Hierzu laufen die Berechnungen derzeit auf Hochtouren“, sagt Garbislander, „bis Mitte Jänner müssten sie vorliegen.“ Diese gestalten sich freilich als schwierig, da aufgrund des Damoklesschwertes namens Omikron niemand weiß, ob nicht noch weitere Lockdowns auf uns zukommen werden.

„Vielleicht werden Schulden weginflationiert“
Aber kann sich der Staat überhaupt noch einen weiteren Lockdown leisten? „Prinzipiell kann er sich überhaupt keinen leisten“, betont der Wirtschaftsexperte. Wie es mit der Rückzahlung der dadurch entstandenen Schulden aussieht, kann derzeit niemand sagen. „Vielleicht werden sie auch einfach weginflationiert“, so Garbislanders abschließende Vermutung.

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