04.12.2021 21:24 |

History in Salzburg

Vom bösen zum guten Nikolaus

Warum fürchteten sich die Kinder mehr vor dem Nikolaus als vor dem Krampus? Und was hat die Schifffahrt mit dem Nikolaus zu tun?

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Schon im 18. Jahrhundert war der Nikolaus-Brauch im Salzburger Land fest verankert. Doch damals feierten Krampus und Nikolo noch getrennt voneinander. Erst durch die Zusammenlegung durch Fürsterzbischof Firmian entstand der uns heute bekannte Brauch. Viele Familien, besonders im Pongau, gaben sich während der grausamen Protestantenvertreibung um 1730 als Katholiken aus. Firmian aber wollte keine Protestanten im Land, so spürte er durch den alljährlichen Nikolausbesuch Schein-Katholiken auf. Der Nikolaus, der sich kirchlich gut auskannte, sollte darauf horchen, ob die Kinder evangelisch oder katholisch beteten. So enttarnte Firmian viele Familien. Daher fürchteten sich viele Kinder vor dem Nikolaus.

Weiter nördlich in Oberndorf war dies anders: Leckerein, die Kinder heute in Jutesäckchen oder Stiefeln vorfinden, legten Eltern dort in den sogenannten „Nikolausgarten“.

Miniatur-Garten mit Nikolaus und Krampus
Die Eltern bastelten den Kindern auf ein mit Moos bedecktes Brett einen Miniatur-Garten. Darauf stellten sie eine Nikolaus- und Krampus-Figur vor einen Tannenzweig-Wald. Neben Kerzen und vergoldeten Nüssen konnten die Kinder Leckereien vorfinden. Diese gebastelten Gärten ersetzten in schweren Zeiten die Weihnachtsgeschenke. Der Brauch verbreitete sich bis 1900 in ganz Salzburg, verschwand dann aber fast komplett. Erst durch die Brauchtumserneuerung um 1920 hielt die Tradition wieder Einzug in die Stuben.

Auch wenn der Salzburger Nikolaus-Brauch Schattenseiten hat, wäre der Advent ohne den bärtigen Mann mit dem goldenen Buch nur halb so schön.

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