Spätes Geständnis

Haftstrafen für Erbschleicher-Paar rechtskräftig

„Ich wusste, dass er nicht weiß, was er tut.“ Spät kam das Geständnis eines Erbschleichers in St. Pölten. Mit seiner Frau hatte er sich um einen Demenzkranken gekümmert. Nun standen sie wegen versuchten schweren Betruges und Untreue vor Gericht .

Monatelang wurde der 80-Jährige gepflegt, Besorgungen erledigt, gemeinsam ging es zum Friseur oder zum Arzt nach Wien. Und auch ein Notar wurde besucht: Denn schließlich sollte sich der ganze Aufwand ja auch lohnen. Gelingen sollte dies einerseits durch ein Testament, in dem der 49-Jährige und seine Frau als Erben eingesetzt wurden, durch Übertragung einer Liegenschaft – sprich das Haus des kranken Mannes – und auch noch durch den Abschluss einer Lebensversicherung. In Summe winkten den „fürsorglichen“ Pflegehelfern rund 800.000 Euro. Der Tipp dazu war übrigens vom Sohn des Pärchens gekommen: Der Bankmitarbeiter hatte die Eltern über den wohlhabenden, aber geistig verwirrten älteren Mann informiert. Schließlich hat das Betrügerpaar selbst Schulden in der Höhe von rund 400.000 Euro. Schlussendlich durchkreuzte aber die rechtmäßige Erbin – die Tochter des 80-Jährigen – die Pläne der beiden und brachte den Fall vor Gericht.

„Menschlicher Totalschaden“
„Als rechtlichen und menschlichen Totalschaden“ bezeichnete selbst die Verteidigerin der Angeklagten das Vorgehen des Erbschleicher-Pärchens. Sie hätten sich eindeutig vom Geld leiten lassen. „Hier handelt es sich um ein schwerst verwerfliches Verhalten. Sie haben einen Menschen in hilfloser Lage ausgenutzt“, hält auch der Staatsanwalt fest. Der Richter verurteilte den 49-Jährigen zu 24 Monaten, seine Frau zu 18 Monaten Haft – rechtskräftig. Ihr Sohn arbeitet nach wie vor bei der Bank.

Petra Weichhart
Petra Weichhart
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