15.11.2021 17:00 |

Premiere Landestheater

„Blues Brothers“: Eine geglückte Gottesmission

Die „Blues Brothers“ absolvieren seit dem Wochenende ihren kultigen Road-Trip im „Auftrag des Herrn“ in Innsbruck, um die 5000 Dollar zur Rettung des Waisenhauses, in dem sie aufgewachsen sind, mithilfe von ganz viel Musik aufzutreiben. Kristoffer Nowak und Jan Schreiber als die Brüder Elwood und Jake Blues rocken dabei mit vielen anderen unter Regie von Susi Weber grandios die Bühne des Tiroler Landestheaters.

„Es sind 106 Meilen bis Chicago, wir haben ein Auto, einen vollen Tank, eine halb volle Schachtel-Zigaretten, es ist dunkel und wir tragen Sonnenbrillen. Fahren wir!“ Ein Filmzitat, welches knapp und doch präzise die Grundlinie eines Films beschreibt, der das 20. Jahrhundert stark mitprägte und stilprägend war. Das lag einerseits am Erscheinungsbild der Titelhelden Elwood und Jake Blues (Dan Akroyd, John Belushi), die mit ihren schwarzen Anzügen, schwarzen Hüten und schwarzen Ray Ban-Sonnenbrillen die Mode mitprägten. Andererseits an den Gastauftritten von Superstars der Musikszene wie James Brown, Ray Charles oder Aretha Franklin.

Sehr saubere Regiearbeit
Die „Blues Brothers“ führten auch eine nicht so bekannte Hitparade zwei Jahre lang an. Nämlich die, als der Film, bei dem die meisten Autos geschrottet wurden. Regisseur John Landis schaffte dies 1980 mit insgesamt 104 Kraftfahrzeugen, davon 60 ausgemusterte Polizeiautos. Und hier kommen wir von einer mit ihren Bildern im Bewusstsein fest verankerten Hollywood-Großproduktion in das doch so viel bescheidenere Tiroler Landestheater und die dortigen Möglichkeiten. Eine dramaturgisch geschickte Lösung ließ sich hierfür Regisseurin Susi Weber mit insgesamt sechs beeindruckenden „Freerunnern“ einfallen. Dank einer ausgefeilten Choreografie schaffen es diese, „Tänzer in der Luft“ mit einem hohen Maß an schwerelos wirkender Dynamik diese wohlbekannte, lange und Dutzende Autos vernichtende Verfolgungsjagd atemberaubend auf die Bühne zu bringen.

Musik und nochmals Musik
Da man von Songs wie „Everybody Needs Somebody To Love“ nie genug bekommen kann, wurden die Ohrwürmer aus dem Film und der damals dazu produzierten Langspielplatte von Hansjörg Sofka in den musikalischen Innsbrucker Road-Trip verpackt und luden dank der insgesamt großartigen Interpretation der unterschiedlichen Akteure und der elf-köpfigen Band das Premierenpublikum zum Mitklatschen und Mitsingen ein – wie bei Cab Calloways Jazz-Song „Minnie The Moocher“, erstklassig dargebracht von Derek Harrison.

Prädikat Sehenswert
Schlussendliches Fazit: Wer – gerade in diesen Zeiten – friktionsfreie, gute und qualitätsvolle Unterhaltung, die rein Freude und Spaß macht, erleben möchte, dem sei dieser musikalische „Auftrag des Herrn“, der von einem höchst ambitionierten Ensemble aktuell im Zentrum der Alpen präsentiert wird, wärmstens empfohlen!

Hubert Berger
Hubert Berger
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