13.11.2021 15:20 |

„Einziger Ausweg“

Steirische Ärzte für Ausweitung der Impfpflicht

Führende steirische Experten begrüßen den verpflichtenden Stich in Gesundheitsberufen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Samstag in Graz fordern sie zudem, die Impfpflicht auch für weitere Berufsgruppen - etwa Kindergärtner, Lehrer und Buslenker - einzuführen. Und sie sprechen sich dafür aus, dass PCR-Tests für Ungeimpfte kostenpflichtig sind.

„Auch wenn es viele nicht hören wollen, aber die Impfverweigerer - also all jene, die sich impfen lassen könnten, es aber nicht tun - sind die Treiber der aktuellen Welle“, sagt Herwig Lindner, Präsident der Ärztekammer Steiermark. Bei einem Medientermin mit führenden Medizinern am Samstag in Graz begrüßte er die Impfpflicht für Gesundheitsberufe, die Minister Mückstein tags zuvor angekündigt hatte: „Wir haben eine Fürsorgepflicht für Patienten und dürfen für sie nicht zur Gefahr werden, weil Mitarbeiter ungeimpft sind.“

Dass es überhaupt eine Impfpflicht in diesem Bereich braucht, ist für Natalja Cokic, Leiterin der Abteilung für Intensivmedizin am LKH Graz-West, „traurig, denn eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein." Und für Gerhard Stark von den Barmherzigen Brüdern ist es „nur konsequent, künftig von allen Mitarbeitern zu verlangen, was wir von Neuzugängen ja bereits verlangen.“

Große Angst, dass es dadurch zu Personalabgängen kommt, hat Stark nicht: „Beim Gesundheitspersonal ist die Durchimpfungsrate generell hoch. Und Leute, die sich nicht an die Richtlinien der Wissenschaft halten wollen, möchte ich ohnehin nicht haben.“ 

Ausweitung der Impfpflicht gefordert
Ähnlich sieht das auch Hellmut Samonigg, Rektor der MedUni Graz, und fordert, „die Impfpflicht auch auf andere Berufe mit einer hohen Zahl von sozialen Kontakten“ auszuweiten - etwa Lehrer, Kindergärtnerinnen oder Buslenker. Zudem sind die Mediziner dafür, dass PCR-Tests für Ungeimpfte künftig kostenpflichtig sein sollen.

Und auch für den Virologen Klaus Vander führt kein Weg an der Impfung vorbei: „Elf Monate des Bitten und Bettelns und trotzdem haben sich so viele verweigert. Wir müssen daher über eine generelle Impfpflicht diskutieren“, sagt er - und seine Kollegen stimmen ihm zu.

Lockdown für Ungeimpfte „nur erster Schritt“
Denn ob die lokalen Lockdowns nur für Ungeimpfte - vorerst wurden diese ja für Oberösterreich und Salzburg angekündigt, bald wohl werden sie im ganzen Land kommen - den erwünschten Effekt haben, kann jetzt noch niemand sagen. Die steirischen Experten jedenfalls sehen darin „nur einen ersten Schritt" im Kampf gegen die vierte Welle.

Einmal mehr plädieren die Mediziner Kontakte einzuschränken, die FFP2-Maske zu tragen und sich impfen zu lassen: „Die Impfung ist der einzige Ausweg.“

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