10.11.2021 07:47 |

Behörden am Limit

Steirer warten oft tagelang auf Corona-Bescheide

Die Corona-Zahlen explodieren, die steirischen Bezirkshauptmannschaften und das Grazer Magistrat kommen beim Abarbeiten der Fälle längst nicht mehr hinterher. Die Steirer warten teilweise tagelang auf ihre Testergebnisse und Bescheide.

„Wenn ein Infizierter nur daheim war und seinen Grünen Pass bei der Hand hat, dauert das Telefonat eine Minute. Durchschnittlich sind es aber bis zu 20 Minuten", schildert Martin Schemeth vom Land Steiermark den zeitintensiven Corona-Dienst. Seit Wochen habe man wieder an Personal aufgerüstet, den steigenden Fallzahlen komme man aber einfach nicht nach. Dadurch warten Steirer teils tagelang auf ihre Testergebnisse und Bescheide.

Bundesheer hilft wieder aus
Rund 70 Personen arbeiten momentan landesweit Vollzeit im Contact-Tracing, nächste Woche sollen 40 Assistenzeinsatzkräfte vom Bundesheer hinzukommen. Nicht inkludiert ist dabei das Personal der einzelnen Bezirkshauptmannschaften. Dort wird man wieder vom zentralen Corona-Dienstpool des Landes unterstützt.

An Personal vorsorgen könne man laut Eva Winter, Leiterin des Grazer Gesundheitsamts aber einfach nicht. Außerhalb dieser Stoßzeiten wäre nichts zu tun. Außerdem fände man nur schwer geeignetes Personal, „und Einschulungen kosten zusätzlich Zeit“. Lange Wartezeiten sind also nur die logische Folge. „Aber allein die Testauswertung dauert 24 Stunden“, erklärt Winter.

Doppelt so viel Personal benötigt
Alle zwei Stunden werden die Daten in das System eingespielt und dann abgearbeitet. „Man kann sich vorstellen, was das bei 1000 Neuinfektionen pro Tag bedeutet.“ Die Belastungsgrenze sei jedenfalls erreicht, es braucht mehr Personal. „Bei Verdopplung der Zahlen am besten doppelt so viel.“

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Zu 60 Prozent lastet uns Corona aus. Wir können trotzdem keinen Führerscheinentzug auslassen.

Sabine Berger (Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg)

Das Virus hält auch die Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg auf Trab. Sabine Berger, interimistische Bezirkshauptfrau: „Zu 60 Prozent lastet uns Corona aus. Wir können trotzdem keinen Führerscheinentzug auslassen. Im Lockdown war das leichter, weil Arbeiten weggefallen sind.“ Sie versteht den Unmut bei fehlenden Bescheiden, ergänzt aber: „Unser Tag hat auch nur 24 Stunden!“

Christina Koppelhuber
Christina Koppelhuber
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