08.11.2021 20:00 |

Lange Wartezeiten

Physiotherapie: Dringender Ausbau für 2022 geplant

Physiotherapie auf Krankenschein ist eine gute Sache - wenn man einen Platz ergattert. Oft bleibt nur die Wahl: lange warten oder selbst zahlen. Nun hat die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) den Ausbau des Therapieangebotes für 2022 angekündigt. Was das für Tirol bedeutet? Auf dem Papier durchaus Erfreuliches.

Was sind die häufigsten Gründe für Physiotherapie in Tirol? Richtig! Ganz oben auf der Liste stehen Rückenschmerzen, gefolgt von - wie es heißt - „sonstigen Krankheiten“ der Wirbelsäule und Schulterschmerzen nach Verletzungen oder durch Gelenkabnutzung. Das geht aus den Statistiken der ÖGK hervor. Was dort noch abzulesen ist: Kassenplätze für Physiotherapie sind rar.

Auch in Tirol, obwohl das Bundesland besser dasteht als andere Regionen in Österreich. Hier wurde schon zu Gebietskrankenkassen-Zeiten ein Netz an Therapiemöglichkeiten auf Kassenkosten gesponnen. Dennoch sind lange Wartezeiten keine Seltenheit. Kommendes Jahr soll das Netz endlich enger geknüpft werden. So zumindest sieht es der Plan der Gesundheitskasse vor. Dafür wurde kürzlich ein Rahmenvertrag mit dem Berufsverband der Physiotherapeuten – kurz Physio Austria – unterzeichnet.

Mehr als 30.000 Tiroler Patienten in einem Jahr
„Wir streben eine flächendeckende und niederschwellige Versorgung an“, umreißt Arno Melitopulos-Daum, Fachbereichsleiter Versorgungsmanagement, die ambitionierte Zielvorgabe. Bisher arbeiteten in Tirol 16 Therapie-Einrichtungen mit der Gesundheitskasse zusammen. Im Jahr 2019 wurden von diesen an die 30.000 Tirolerinnen und Tiroler betreut. Darüber hinaus bestehen Verträge mit 18 selbstständigen Physiotherapeuten mit zuletzt 1800 Patienten pro Jahr.

Zusätzlich 16 Therapeuten mit einem Kassenvertrag
Zu diesem bestehenden Angebot sollen ab kommendem Jahr Verträge mit weiteren 16 Therapeuten abgeschlossen werden. Laut ÖGK-Fachabteilung werden die Stellen speziell in den Regionen Reutte, Osttirol sowie den Bezirken Landeck und Schwaz, aber auch den Seitentälern (Ötztal, Brixental) ausgeweitet. Also in jenen Regionen, in denen Betroffene bisher lange Wartezeiten oder lange Wege in Kauf nehmen mussten.

Kasse übernimmt 100 oder 80 Prozent der Kosten
Bei den künftig 34 Vertragstherapeuten und den 16 Vertrags-Instituten wird die Kasse die gesamten Kosten übernehmen. 80 Prozent bleiben es bei den Wahltherapeuten. Für Constance Schlegl, Präsidentin von Physio Austria, ist das neue Tarifsystem eine wichtige Anpassung, damit Patienten rascher und umfassend versorgt werden können. Ob es tatsächlich reichen wird, das wird man sehen. Schlegl jedenfalls sieht den Bedarf weiter steigen. Eine Ausweitung des Angebotes sei wünschenswert.

Von
Claudia Thurner
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