29.10.2021 09:00 |

Behandlung ausgebaut

Jedes Jahr in Tirol an die 1700 Schlaganfälle

In Tirol erleiden pro Jahr rund 1700 Frauen und Männer einen Schlaganfall. Das Risiko steigt mit dem Alter. Doch längst sind nicht nur Senioren betroffen. Rund 10 Prozent der Patienten sind unter 55 Jahre alt. Zum Welt-Schlaganfalltag am 29. Oktober verweist Gesundheits-Landesrätin Annette Leja (ÖVP) auf die Bedeutung rascher Ersthilfe und den Nutzen des nun flächendeckenden Tiroler Behandlungspfades.

Der Tiroler Behandlungspfad ist ein ambulantes Konzept, das im Jahr 2010 ins Leben gerufen wurde. Krankenhäuser, Ärzte, Sozialsprengel, Alten- und Pflegeheime, Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden sind eingebunden. Seit Anfang 2020 wird das Konzept flächendeckend in ganz Tirol angeboten. Der Nutzen: Patienten können nach der Akutversorgung zu Hause oder im Heim rundum betreut werden, weil sich alle Beteiligten digital vernetzen.

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Etwa 600 Personen pro Jahr profitieren vom Behandlungspfad Schlaganfall Tirol und können so gut ambulant betreut werden.

Andreas Huber vom Landesinstitut für integrierte Versorgung (LIV)

„Etwa 600 Personen pro Jahr profitieren vom Behandlungspfad Schlaganfall Tirol und können so gut ambulant betreut werden“, spricht Andreas Huber vom Landesinstitut für integrierte Versorgung (LIV) von einem österreichweit einzigartigen Projekt. Seit Einführung des Schlaganfallpfades werden 50 Prozent der Patienten vollkommen gesund, in Summe werden zwei Drittel gesund oder haben nur geringe Defizite.

Jede Sekunde zählt, Erste Hilfe entscheidend
Ob und wie gut sich ein Schlaganfallpatient erholt, das hängt vor allem von der Ersten Hilfe ab. Jede Sekunde zählt. Vor allem auch jene bis zum Eintreffen der Rettung. „Jede und jeder von uns sollte die Anzeichen eines Schlaganfalls rasch erkennen können“, ruft Gesundheitslandesrätin Annette Leja die Symptome in Erinnerung. Typische Anzeichen eines Schlaganfalls sind etwa Sehstörungen, Lähmungen oder Taubheitsgefühl einer Körperhälfte, Sprachstörungen und Verständnisschwierigkeiten, heftige Kopfschmerzen, hängende Mundwinkel oder Schwindelgefühle mit Gangunsicherheit.

Leja: „Tirol ist gut aufgestellt“
„Auch wenn die Symptome nicht anhalten und nach wenigen Minuten wieder verschwinden, sollte eine Abklärung erfolgen. Die Gefahr eines weiteren, schwerwiegenderen Schlaganfalls innerhalb der nächsten Stunden oder Tage ist in solchen Fällen erhöht“, gibt die Gesundheits-Landesrätin zu bedenken. Tirol sei mit dem Behandlungspfad und anderen Einrichtungen gut aufgestellt, betont sie weiter. Für die Akutnachsorge stehen vier Spezialeinheiten zur Verfügung.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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