Neue Polit-Debatte

Land NÖ hinkt bei Kinderbetreuung massiv hinterher

„Gar nicht gut!!! Wie kannst du das aufhalten?“, fragte der Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz in einem Chatverkehr aus dem Jahr 2016 den damaligen Generalsekretär des Finanzministeriums Thomas Schmid. Gemeint war damit bekanntlich der Ausbau der Nachmittagsbetreuung samt Rechtsanspruch. Umgesetzt wurde das nie. Vor allem Niederösterreich hätte davon wohl profitieren können. Wie Zahlen der Arbeiterkammer zeigen, hinkt das Land bei der Kinderbetreuung hinterher.

Seit dem Auftauchen der Chatverläufe zwischen Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz und Ex-ÖBAG-Chef Thomas Schmid ist die Debatte um die Kinderbetreuung im Allgemeinen und um einen Rechtsanspruch auf Nachmittagsbetreuung im Speziellen neu entfacht. „Kann ich ein Bundesland aufhetzen?“, fragte Kurz, selbst bekanntermaßen ja Wiener mit Waldviertler Wurzeln, in den Chats. Ob es eben dazu gekommen ist, bleibt unklar – zuletzt dementierte das VP-Familienministerin Susanne Raab.

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Ein wichtiger Punkt bei der ganztägigen Betreuung von Kindern ist, dass das Angebot immer die Nachfrage schafft!

Arbeiterkammer-Präsident Markus Wieser

Sonnenklar sind dagegen die Erhebungen der NÖ-Arbeiterkammer zur Kinderbetreuung im Land. Den Statistiken zufolge ist NÖ das Land mit der schlechtesten ganztägigen Kinderbetreuung. Bei der Betreuungsquote der Ein-, Drei-, Vier- und Fünfjährigen ist man zwischen Enns und Leitha Letzter – bei der Betreuung der Kinder im ersten Lebensjahr „lediglich“ Vorletzter (siehe Grafik). „Die Kinderbetreuung ist und bleibt eine große Baustelle“, betont Arbeiterkammer-Präsident Markus Wieser. Vor allem bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gebe es Aufholbedarf.

Unterschiede in Statistiken
Naturgemäß etwas anders sieht man das beim Land. Mit 97,3 Prozent der Drei- bis Fünfjährigen in einer institutionellen Betreuungseinrichtung liegt man deutlich über dem Bundesschnitt, heißt es dazu. Die klaren Unterschiede in den Statistiken würden sich durch den sogenannten Vereinbarkeitsindikator (VIF) ergeben. Dieser sei eben nicht nur von der Bereitstellung von Finanzmitteln, sondern darüber hinaus auch noch von privaten Entscheidungen der Eltern abhängig. „Leer stehende Einrichtungen ohne Bedarf, nur um statistische Ziele zu erreichen, soll es in Niederösterreich nicht geben“, rechtfertigt man sich.

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