09.10.2021 08:30 |

Graz nach der Wahl

Klares Bekenntnis „der Neuen“ zum Tierschutz

Abschaffung der Steuer, dafür mehr Hundewiesen, Tierschutzstreife, Rettung aus der Luft - viel wurde in Graz weitergebracht. Wie wichtig sind Tiere aber „den Neuen“?

„Man mag von der FPÖ halten, was man will, aber Mario Eustacchio macht da keinen schlechten Job“ - das ist der Tenor, wenn man sich durch politische Lager und Tierschutzgruppen fragt. Tatsächlich wurde etwa sogar die Hundesteuer abgeschafft, dafür gibt es jetzt mehr Hundewiesen, eine Drohne, die Rehkitze vor dem brutalen Mähtod rettet, wegen der zunehmenden Giftköder eine eigene Streife und ein Veterinärreferat, das durchaus auf Zack ist.

Er wird das Referat auch weiter behalten, hört man munkeln. „Das würde ich auch gerne“, sagt Eustacchio. „Zumal wir einiges geplant haben, das auf Schiene zu bringen ist.“ Wie die Umstrukturierung der „Arche Noah“, kostenlose Kastrierungen von Streunerkatzen, Infokampagnen zur Bewusstseinsbildung, auch in Bezug auf Wildtiere.

Aber es tun sich noch weitere Problemfelder auf. Zum einen laufen den Tierheimen die Kräfte davon, weil für die Gehälter, die bezahlt werden können, „es ein täglicher, echter Überlebenskampf ist“, sagen Charly Forstner (Aktiver Tierschutz) wie auch Thomas Mrkor vom Landestierheim. „Die Problematik ist mir bewusst, Graz kann aber nur Infrastrukturen schaffen, ansonsten fällt das in die Zuständigkeit des Landes“, muss Eustacchio da Hoffnungen zerstören.

„Tiertafeln“ nach Berliner Vorbild
Eine ganz große Hoffnung liegt da aber bei der designierten Bürgermeisterin Elke Kahr, gerade wenn es um die zunehmende soziale Komponente geht. Auch die „Tierecke“ weiß, wie heftig das mittlerweile ist. Bei uns fragen immer mehr Leute verzweifelt an, die sich das Futter für ihre Lieblinge nicht mehr leisten können, geschweige denn den Veterinär. Auf Nachfrage kommt man dann dahinter, dass es den Menschen, die für ihr Tier bitten, selbst auch ganz schlecht geht; sie versagen sich alles, leiden sogar Not, damit sie ihren Hund oder das Katzerl füttern können.

„Soziales und Tierschutz haben viele Schnittstellen“, erkennt Nicole Kuss, Büroleiterin von Judith Schwentner (Grüne) das Problem. Sie will sich nicht auf die Methodik festlegen, „aber klar ist, dass es etwas geben muss, damit wirtschaftlich Benachteiligten bei Futter und Tierarztkosten geholfen wird“. Der grüne Blick geht etwa nach Berlin, wo es „Tiertafeln“ gibt, „das ließe sich übernehmen, wir werden uns etwas überlegen“.

Diese Bereitschaft spürt man auch bei der KPÖ: „Von uns kommt ein klares Bekenntnis zum Tierschutz, und das nicht nur zu ,Streicheltieren’, sondern auch zu sogenannten Nutztieren,“ betont die zuständige Daniela Katzensteiner. „Der Tierschutz soll einen noch höheren Stellenwert haben, ist ja auch vielfach Menschenschutz.“ Da müssen jetzt nur noch die Taten folgen.

Christa Blümel
Christa Blümel
Eva Blümel
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