Viele offene Stellen

Das Thema Pflege wird zu blau-gelber Kraftprobe

Abgeschlossener Ausbildungskurs für Pflegekräfte hier, offene Stellen dort. Die Gleichung im heimischen Gesundheitsbereich könnte ganz einfach sein, doch trotzdem fehlen noch immer zahlreiche Mitarbeiter in Spitälern und Co.: Private Anbieter warben deshalb sogar schon auf fernen Kontinenten – erfolgreich!

Was die Lkw-Fahrer in Großbritannien sind, sind ausgebildete Pflegekräfte zwischen Enns und Leitha – Mangelware! Während die Aktionen zur Attraktivierung des Berufs zwar schon in die Kategorie „bemüht“ fallen, herrscht in den Einrichtungen des Landes trotzdem große Nachfrage nach geeignetem Personal. Allein im Universitätsklinikum in St. Pölten sind 36 Stellen offen, intern geht man aber aufgrund der dünnen Personaldecke im Pflegebereich von einem Bedarf von bis zu 70 Mitarbeitern aus. „Wenn wir auch in Zukunft tadellose Arbeit leisten wollen, braucht es einfach mehr Mitarbeiter“, so eine Pflegerin zur „Krone“.

“Viele Gespräche“
Obwohl die Basis also schon beunruhigt ist, übt sich die verantwortliche Landesgesundheitsagentur noch in Zweckoptimismus: „Es werden bereits viele Bewerbungsgespräche für offene Stellen geführt“, erklärt eine Sprecherin. Fakt ist aber, dass viele Absolventen von Pflegeschulen sich nach dem Abschluss der Ausbildung für andere Berufssparten entscheiden - der intensive Kontakt mit Mitmenschen werde oftmals unterschätzt.

Private Anbieter suchen der Ferne
Der Mangel an diplomiertem Personal ließ die SeneCura-Gruppe, größter privater Anbieter von Pflegeheimen in Österreich, weit über die Landesgrenzen blicken. So holte man vergangenes Jahr 46 Fachkräfte aus Indien ins Land, heuer bereits 22 aus Kolumbien, 28 weitere sollen noch folgen. „Wichtig waren ein vergleichbares akademisches Niveau, aber auch, dass es ein durchschnittlich junges und uns kulturell ähnliches Volk ist“, heißt es von SeneCura, die so Pensionierungen, andere Abgänge und den vermehrten Pflegeaufwand ihrer rund 1000 diplomierten Krankenschwestern kompensierte. Mehr Personal von weither soll aber vorerst nicht geholt werden. Viele würden jetzt auf den heimischen Pflegemarkt drängen: Pro Tag würde es derzeit weit mehr als 100 Anträge auf Ausbildungsanerkennungen aus dem Ausland geben.

René Denk
René Denk
Josef Poyer
Josef Poyer
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