29.09.2021 15:23 |

Gesundheitsverbund

Herzinfarkt: Schlagen Frauenherzen anders?

27.000 Menschen erleiden in Österreich jährlich einen Herzinfarkt. Dabei stellen Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen über 65 und bei Männern über 45 die häufigste Todesursache dar. Aber wie erkennt Frau/Mann einen Herzinfarkt? Wie wird dieser behandelt und sind Herzinfarkte bei Männern häufiger? Dr.in Diana Bonderman, Vorständin der Kardiologie in der Klinik Favoriten, beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema.

Was sind die ersten Anzeichen bei einem Herzinfarkt?
Dr.in Diana Bonderman: „Typische Anzeichen für einen Herzinfarkt sind großflächige Brustschmerzen. Manche Patienten berichten darüber hinaus über atypische Beschwerden wie Schmerzen im Oberbauch, im Rücken oder sogar im Kiefer. Manchmal kann es auch zu Sodbrennen oder Reflux sowie Übelkeit kommen“, erklärt Dr.in Bonderman. Die Kardiologin berichtet, dass es vor allem bei diesen atypischen Beschwerden häufig zu Verzögerungen in der medizinischen Unterstützung kommt, da die Schmerzen von den Betroffenen nicht richtig interpretiert werden.

Wie wird Herzinfarkt im Wiener Gesundheitsverbund diagnostiziert und behandelt?
Meist wird ein Herzinfarkt durch ein Elektrokardiogramm (EKG) erkannt. In wenigen Fällen ist zusätzlich noch eine Blutabnahme notwendig. Sobald bekannt ist, dass ein Patient einen Herzinfarkt erlitten hat, muss dieser so rasch wie möglich mit der Rettung in ein Herzkatheter-Labor gebracht werden. Dort wird mit Hilfe eines Röntgen und Kontrastmittel nach dem verschlossenen Gefäß gesucht. „Dieses wird dann sofort mittels Katheter - meist Balloon oder Stent - wieder geöffnet.“

Schlagen Frauenherzen anders - Haben Männer ein höheres Infarktrisiko?
„Das kann man so nicht sagen. Frauen und Männer haben ein ähnlich hohes Risiko an Herzinfarkt zu erkranken. Allerdings sind Frauen beim ersten Herzinfarkt im Durchschnitt um sechs Jahre älter als Männer. Bei Frauen treten diese oft erst nach der Menopause auf, ob sie davor hormonell besser geschützt sind als Männer oder es andere Gründe dafür gibt, ist nicht vollständig bekannt“, schildert die erfahrene Kardiologin.

Wie sieht die Nachbehandlung nach einem Herzinfarkt aus?
Frau Dr.in Bonderman betont, dass Patienten nach einem Herzinfarkt lebenslang Medikamente einnehmen müssen. „Meist ist eine Kombination von fünf Tabletten notwendig. Diese müssen unbedingt regelmäßig eingenommen werden.“ Darüber hinaus ist eine Rehabilitation von großer Bedeutung. Dabei arbeiten Patienten unter kontrollierten Bedingungen daran, wieder ihre ursprüngliche Leistungsfähigkeit zu erlangen.

Laut Dr.in Bonderman haben Herzinfarkt-Patienten oft Angst davor sich anzustrengen. „Diese Angst müssen wir ihnen nehmen. Zusätzlich ist es sehr wichtig Risikofaktoren, die ursprünglich zum Herzinfarkt geführt haben, zu vermeiden. Dazu gehört zum Beispiel das Rauchen.“

Mehr zum Thema Herzinfarkt und zum kardiologischen Angebot im Wiener Gesundheitsverbund finden Sie unter www.gesundheitsverbund.at/kardiologie.

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