Hightech-Fabrik

Milliarden-Investition bei Infineon in Villach

Kärnten
18.09.2021 07:56

1,6 Milliarden Euro investierte Infineon in Villach in die neue Hightech-Chipfabrik, die am Freitag offiziell eröffnet wurde. Die ersten Chips - vor allem für die Autoindustrie, Rechenzentren und erneuerbare Energiegewinnung - verlassen noch diese Woche das neue Werk.

Der Halbleiterkonzern setzt damit das größte Investitionsprojekt in der Mikroelektronikbranche in ganz Europa um. Infineon hat frühzeitig auf nachhaltiges profitables Wachstum durch Energieeffizienz und CO2-Reduktion gesetzt und den bau der Chipfabrik für Leistungselektronik, also Energiesparchips, 2018 begonnen. Am Freitag erfolgte die Eröffnung. Die Produktion ist aber bereits voll angelaufen, die ersten Wafer verlassen noch diese Woche das Villacher Werk.

Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz kam zur offiziellen Eröffnungsfeier. (Bild: GERD EGGENBERGER)
Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz kam zur offiziellen Eröffnungsfeier.

Die Chips decken in der ersten Ausbaustufe vor allem die Nachfrage der Automobilindustrie - etwa für Ladesysteme von Elektroautos - sowie im Bereich von Rechenzentren und der erneuerbaren Energiegewinnung aus Solar- und Windkraft. Der Infineon-Konzern verfügt mit der neuen Fabrik über ein zusätzliches Umsatzpotenzial von rund zwei Milliarden Euro pro Jahr.

Daten & Fakten

  • 60.000 Quadratmeter Bruttogeschoßfläche umfasst die neue Hightech-Chipfabrik von Infineon in Villach.
  • Sie schafft 400 zusätzliche Arbeitsplätze, mehr als zwei Drittel davon sind schon besetzt.
  • Für den Bau des Objekts wurden 70.000 Kubikmeter Beton verbaut, das entspricht rund 7800 Betonmischwagen.
  • An Stahl wurden 18.000 Tonnen verbaut, zum Vergleich: Das ist mehr als die doppelte Menge, die im Pariser Eiffelturm steckt.
  • Insgesamt wurden 2500 Kilometer Kabel- und Rohrleitungen installiert, die Länge entspricht der Strecke Villach - Dresden und retour.
  • Exzellent ist die Reinraumklasse: Lediglich 1000 Staubpartikel sind in 28 Liter Luft enthalten, in einem OP-Saal können es schon bis zu 10.000 sein.
  • Gedeckt wird der Wärmebedarf zu 80 % aus der Abwärme der Kühlsysteme, mit einer CO2-Einsparung von 20.000 Tonnen jährlich wird gerechnet.

„Wir können den generellen Chipmangel wohl lindern, den aktuellen Mangel an Mikroprozessoren aber trotzdem nicht beseitigen. Wir können aber eines, nämlich weiterhin zuverlässig liefern“, erklärt der Infineon-Vorstandsvorsitzende Reinhard Ploss.

Zitat Icon

Die Energiesparchips von Infineon aus Villach werden wichtige Kernelemente für die Energiewende.

Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende

Bundeskanzler Sebastian Kurz unterstreicht die Relevanz der neuen Chipfabrik auch für Österreich: „Der Infineon-Standort in Villach ist eine absolute Erfolgsgeschichte. Die neue Chipfabrik ist ein wirtschaftliches und technologisches Leuchtturmprojekt für ganz Österreich. Die immense Investition von 1,6 Milliarden Euro zeigt, dass Österreich als Wirtschafts- und Technologiestandort hervorragende Rahmenbedingungen und das notwendige Mitarbeiter-Know-how bietet.“

Wilfried Krierer
Wilfried Krierer
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