16.09.2021 09:00 |

Massive Schäden

Es wird eng für das Naturdenkmal Blutbuche

Zwei unabhängige Baumgutachten kommen zum Schluss: Die 130 Jahre alte Blutbuche beim Landestheater, selbst fast schon ein Wahrzeichen Innsbrucks, ist ein Sicherheitsrisiko. Eine Fällung wird empfohlen, doch die Politik weigert sich (noch): Ein drittes Gutachten sieht einen kleinen Hoffnungsschimmer.

Innsbrucks bekanntester Baum, die Blutbuche, ist ein Sicherheitsrisiko. Das hat auch das zweite, von StR Rudi Federspiel in Auftrag gegebene Gutachten, eindeutig ergeben. Faulstellen, Wulstbildungen, Höhlungen, Pilzbefall, Totholz, ausgebrochene Äste, teilweise Wipfeldürre, Schrägstand, schwarze Leckstellen, die auf Schäden im Wurzelbereich hindeuten.

„Notwendige Maßnahmen: Fällung sobald als möglich. Verkehrssicherheit nicht gegeben“, notierte der Baumgutachter nach seiner Besichtigung Anfang August dieses Jahres. Er erkannte zudem massive Schädigung im Bereich des 4,5 Meter dicken Stammes durch holzzersetzende Pilze, außerdem auch Weißfäule der Starkäste: „Die Bruchsicherheit ist hier nicht mehr gegeben.“

Zurückstutzen um ein Viertel wäre Möglichkeit
Das ist auch der Grund, weshalb ein Bauzaun Besucher davon abhält, „der alten Dame“ zu nahe zu kommen. Das externe Gutachten des Amtes für Grünanlagen kam im Juli dieses Jahres zu einem ähnlichen Ergebnis: „Durch die statische Unausgewogenheit im Kronen- und Stammbereich können bei Sturmböen Drehkräfte zum Tragen kommen und zu weiteren Brüchen im Stamm und im Kronenbereich führen. Das könnte man nur damit etwas regulieren, dass man die Baumkrone ein weiteres Mal stark einkürzt. Solche Eingriffe dienen nur mehr dazu, die Sicherheit zu verbessern. Der Baum wird weiter absterben. Die ästhetische Wirkung der Blutbuche wäre extrem beeinträchtigt, was ohnehin schon seit einigen Jahren deutlich zu erkennen ist.“

Die Politik konnte sich bis dato nicht durchringen, die Buche fällen zu lassen. Ein weiteres Gutachten, diesmal mittels Schalltomografie, sieht „eine Möglichkeit zur Rettung“, erklärte BM Georg Willi gestern. Details soll es erst geben, wenn das Stadtamt dazu Stellung genommen hat.

Philipp Neuner
Philipp Neuner
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