12.09.2021 07:00 |

„Krone“-Analyse

Viele Baustellen für Salzburgs neue ORF-Chefin

Abgestimmt wird zwar erst am Donnerstag. Waltraud Langer dürfte als neue Direktorin des ORF Salzburg aber fix sein. Die „Krone“ stellt die Favoritin und größte Aufgaben vor.

Viele Polit-Beobachter hatten sie zunächst für die Rolle der ORF-Landesdirektorin gar nicht auf dem Schirm. Seit Waltraud Langer ihre Bewerbung vor knapp drei Wochen bekannt gemacht hat, ging es aber schnell. Wenn der ORF-Stiftungsrat am kommenden Donnerstag in Wien die Direktorenposten vergibt, ist die 60-Jährige klare Favoritin für den Chefposten im Landesstudio in Salzburg-Nonntal.

Denn der neue ORF-Generaldirektor Roland Weißmann will in den Bundesländern den Frauenanteil deutlich erhöhen. Und da käme ihm in Salzburg eine Frau anstelle des aktuellen Direktors Christoph Takacs gerade recht.

Wer ist die Frau, die in den kommenden fünf Jahren den Salzburger ORF prägen dürfte? Langer ist als TV-Wirtschaftsjournalistin weithin anerkannt. Seit 2010 führt die gebürtige Pinzgauerin als Chefredakteurin im ORF die TV-Hauptabteilung Magazine und Servicesendungen.

Direktorenposten in der Heimat wäre Krönung
Der Direktorenposten in ihrem Heimatbundesland Salzburg wäre die Krönung ihrer Karriere. Zum ORF kam sie 1988 in die Radio-Innenpolitik. Während der entscheidenden Phase der österreichischen EU-Beitrittsverhandlungen von 1992 bis 1994 war sie Korrespondentin in Brüssel. In weiterer Folge führte Langer die Wirtschaft in der „ZIB 1“, war Fragestellerin in der „Pressestunde“ und Moderatorin der Diskussionssendung „Offen gesagt“.

Mit Salzburg verbindet sie vor allem ihre Herkunft. Langer wurde als sechstes von sieben Kindern einer Bergbauernfamilie in Mittersill geboren. Zu ihrer Bewerbung und ihren Plänen will Langer in der Öffentlichkeit bis zur Wahl am Donnerstag nichts mehr sagen. Da hält sie es wie Amtsinhaber Takacs. Der will seine Pläne auch erst dem Stiftungsrat präsentieren.

Fad wird Langer in ihrem wahrscheinlich neuen Job im Landesstudio jedenfalls nicht. Dort warten einige Baustellen. So stehen in der Redaktion in den kommenden Jahren mehrere Pensionierungen an. Auch die Inhalte müssen verjüngt werden. Dazu will Weißmann den gesamten ORF – also auch die Landesstudios – stärker digitalisieren und verstärkt mit Online-Inhalten vertreten sein.

Die geplante Regionalisierung des Programms wird auch in Salzburg Auswirkungen haben. Und viele in Salzburg würden eine verstärkte Rückkehr des unter Takacs zurückgefahrenen Brauchtums gerne sehen. Genauso wie einen unabhängigeren Kurs gegenüber der Landesregierung.

Matthias Nagl
Matthias Nagl
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