03.09.2021 10:00 |

Ex-Chef Schaden

„Kein Streithansl auf alle Zeiten“

250.000 Euro an Anwaltskosten muss Heinz Schaden der Stadt Salzburg zurückzahlen. Das ergab der Vergleich vor Gericht. Dennoch ist der ehemalige Stadtchef nun erleichtert, dass seine Verurteilung „nach all diesen Jahren einen Abschluss findet“. Politisch hat Schaden nichts mehr vor, er freut sich aufs Radfahren.

Ohne Verbitterung verließ Heinz Schaden am Mittwoch das Landesgericht. Kurz zuvor hatte er sich mit der Stadt Salzburg verglichen, 250.000 Euro an Anwaltskosten unter Bedingungen zurückzuzahlen. Obwohl das deutlich mehr ist, als der Ex-Bürgermeister eigentlich zahlen wollte, ist er in erster Linie erleichtert.

„Mir war es wichtig, das jetzt zu einem Ende zu bringen“, sagt Schaden zur „Krone“. Der 67-Jährige wirkt nach dem Vergleich befreit. Die Leidensphase des Ex-Politikers dauerte auch recht lange: Die Ermittlungen wurden schon im Jahr 2013 aufgenommen.

Noch am Mittwoch, nachdem der Gerichtstermin beendet war, ging Schaden seiner großen Leidenschaft nach. „Ich bin mit dem Rad noch auf den Gaisberg gefahren, das war ein schönes Gefühl“, erzählt der ehemalige Stadtchef. Er hat nun offenbar seinen Frieden mit Salzburg geschlossen. „Ich will mit meiner Stadt nicht im Streit leben“, sagt Schaden. Wobei er betont, mit dieser Formulierung keine Besitzansprüche zu erheben. „Es ist einfach die Stadt, in der ich zuhause bin, so wie für viele andere auch“, erklärt er. Bei den Salzburgern bekommt der Ex-Bürgermeister immer noch viel Zuspruch, erzählt er. Auch deshalb war ihm der Vergleich wichtig: „Ich bin kein Streithansl auf alle Zeiten.“

Keine Ambitionen mehr auf ein politisches Amt
Nun will Schaden in erster Linie seine Pension genießen. Politische Ambitionen hat er keine mehr, auch nicht im Seniorenbereich. „Ich schreibe noch für unterschiedliche Auftraggeber“, berichtet er. Das ist aber schon alles. Sonst widmet er sich vor allem seiner Leidenschaft, dem Radfahren. Am Donnerstag stand nach dem „Krone“-Gespräch bereits die nächste Tour an. Trotz seiner Verurteilung bereut Schaden sein Bürgermeisterdasein nicht. „Ich will keine Minute vermissen. Ich habe das gerne gemacht.“

Matthias Nagl
Matthias Nagl
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