08.08.2021 07:00 |

Viele Gründe dafür

Guten Appetit: Gastro-Preise steigen weiter

Die Gastroszene hat, wie berichtet, mit massivem Personalmangel zu kämpfen - aber es tut sich noch eine zweite Front auf: Viele Steirer ärgert, wie teuer Speis und Trank beim Wirt jetzt geworden sind.

Zwei kleine Pizzen, ein Kinderwiener, eine Ofenkartoffel, 4 Stück Kuchen, 4 Getränke - mit saftigen 92 Euro schlug der jüngste Gastroausflug einer steirischen Familie zu Buche: „Allein die Ofenkartoffel, ein simpler Erdapfel mit Gemüse, hat 12,50 Euro gekostet. In einem durchschnittlichen Lokal. Wer kann sich das noch leisten?“

Solche Leser-Meldungen erreichen uns seit der Corona-Öffnung am 19. Mai immer öfter. Ein Blick in die Speisekarten zufällig ausgewählter steirischer Lokale kann sich tatsächlich auf den Magen schlagen: ein Backhendel (nicht mal Bio) mit zwei Portionen Reis: 28,80 Euro. Ein Burger mit Pommes: 18,60 Euro; der Eistee kommt auf 5 Euro. Mozzarella mit Tomaten: 10,90, Backhendelsalat: 16 Euro!

Gar nicht mehr auf die Idee kommen sollte man, das Ganze in Schilling umzurechnen! Fest steht: Eine Portion Geselchtes um 1,74 Euro (so wie sie das Mitte der 1970er-Jahre umgerechnet in einem tollen Buschenschank gekostet hat), wird heute wohl nicht mehr serviert.

Es wird noch teurer

„Die Preise werden noch steigen!“, versucht Spartenobmann Klaus Friedl gar nicht, die Tendenz zu verschleiern. „Das ist auch ganz schlüssig zu erklären.“ Zum einen hänge es mit dem Personal zusammen: „Wie ja auch die ,Krone’ kürzlich geschrieben hat, ist der Mangel eklatant. Jene Leute, die wir haben, müssen wir halten, auch mit sehr guten Löhnen. Heute beträgt der Anteil der Personalkosten schon 45 % vom Umsatz!“

Dann: „Seit Corona sind überall die Preise gestiegen, man betrachte nur Beton, Stahl, Holz, die Lebensmittel. Den höheren Preis zahlt ja auch der Wirt.“ Und: „Der Gast hat sich verändert, er will hohe Qualität, verlangt regionale Produkte. Jeder sollte einmal selbst für sein Menü einkaufen gehen und 45 Prozent fürs Personal draufschlagen. Dann kann er auch nachvollziehen, wie das Essen im Lokal zu seinem Preis kommt.“

Seine Prognose ist düster: „Überleben wird langfristig bei uns die sehr gehobene Gastro, die ihren Preis hat. Und günstiges Fast Food. Dass jedes Dorf, wie jetzt noch häufig, seinen Wirt’n hat, wird schwierig.“

Christa Blümel
Christa Blümel
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