Mitgliederschwund

Gewaltiger Aderlass bei Grazer SPÖ in den letzten Jahren

Steiermark
21.02.2011 09:29
Gewaltige 16.000 Parteimitglieder hatte die SPÖ in Graz unter Alfred Stingl - heute sind es nur noch 3.500. Wohl wahr - alle Parteien tun sich schwer, neue Mitglieder für ihre Sache zu begeistern. Aber der Schwund, den die SPÖ-Graz seit Jahren hinnehmen muss, der ist Symbol für einen dramatischen Niedergang.

Die nackten Zahlen: Alfred Stingl (SPÖ-Bürgermeister bis 2003) übergab 16.000 Mitglieder an seinen glücklosen Nachfolger Walter Ferk. Als der die Partei 2008 an Wolfgang Riedler weiterreichte, waren es noch 6.000 Mitglieder.

Drei Viertel der Mitglieder abhanden gekommen
Heute, unter dem neuen Chef Edmund "Müllionär" Müller, sorgt ein Blick ins rote Mietgliederbüchlein für kalte Schweißperlen auf den Stirnen der Genossen: Nur noch rund 3.500 Grazer wollen ein rotes Parteibuch haben. Binnen knapp acht Jahren sind der Partei also weit mehr als drei Viertel der Mitglieder abhanden gekommen - ein Aderlass! Viele alte Funktionäre sind verstorben, neue konnten nur sehr wenige gewonnen werden.

Mit den schier endlosen, bizarren Streitereien, abstoßenden Eifersüchteleien und kaltherzigen Intrigen in der Stadtpartei, mit einem neuen Chef, dessen Millionenpension die (Mindest-)Pensionisten und die "Hackler", welche einst das Rückgrat der Partei waren, als Verhöhnung empfinden müssen, mit diesen Voraussetzungen geht die SPÖ einer noch weitaus tristeren Zukunft entgegen.

Im Interview mit der "Krone" meinte Neo-Chef Müller: "Ich will, dass die Leute wieder stolz darauf sind SPÖ-Mitglied zu sein!" (siehe Infobox) Aber dazu bräuchte es Vorbilder, dazu bräuchte es Visionen, klare Ansagen, Ziele - all das sucht man derzeit vergebens in der SPÖ...

"Graz Inoffiziell" von Gerald Richter, "Steirerkrone"

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