26.07.2021 08:08 |

Insel in Flammen

Brände auf Sardinien: Hunderte Menschen evakuiert

In Sardinien sind am Sonntag Hunderte Menschen in Sicherheit gebracht worden, nachdem unweit von Oristano, in der gleichnamigen Provinz im Norden der Urlaubsinsel, mehrere Brände ausgebrochen waren. Auch ein Seniorenheim und die kleine Ortschaft Borore wurden evakuiert. Rund 30 Familien mussten wegen dichten Rauchs und hohen Temperaturen infolge des Brandes weggebracht werden. Italien hat am Sonntag die EU gebeten, Löschflugzeuge zu entsenden, um die schweren Brände unter Kontrolle zu bringen.

Laut Angaben des Präsidenten der Region Sardinien, Christian Solinas, wurden bisher 20.000 Hektar Wald- und Buschland zerstört worden. Von den Flammen verschlungen wurden aber auch landwirtschaftliche Betriebe, einige Häuser, Tiere, Autos sowie Olivenhaine. Die Behörden beklagten „unberechenbare Schäden“.

Italiens Außenminister Luigi Di Maio berichtete auf Facebook, dass Italiens Zivilschutzbehörde um Canadair-Löschflugzeuge gebeten habe. „Zwei Flugzeuge sind bereits auf dem Weg aus Frankreich, ich danke dafür“, schrieb er am Sonntagabend.

Winde erschweren Kampf gegen die Flammen
Heiße südwestliche Winde erschwerten den Kampf gegen die Flammen. Solinas bezeichnete die Brände als „beispiellose Katastrophe“. Es sei noch nicht möglich, das volle Ausmaß der Schäden zu eruieren.

Rund 7500 Feuerwehrleute und Helfer kämpften stundenlang gegen die wütenden Flammen, Löschflugzeuge waren im Einsatz. Vermutet wird, dass die Brände, die seit Samstag toben, gelegt wurden. Tote oder Verletzte gab es bisher offenbar keine.

Feuer werden häufig gelegt
Obwohl die Strafen für Brandstiftung sehr streng sind und vier bis zehn Jahre Gefängnis drohen, sind Feuer nach wie vor eine sommerliche Plage in Italien. Viele werden aus bauspekulativen Gründen gelegt. Vor allem im Süden wolle man dadurch aber auch die staatliche Aufforstung erzwingen, berichteten Experten. Für die Forstarbeiten würden dann Arbeitslose aus der Region eingesetzt.

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