Millionenkosten

Neue Kindergarten-Regeln - Tirol muss noch aufholen

Tirol
04.02.2011 10:07
Das neue Kinderbetreuungsgesetz verlangt von den Gemeinden einen Kraftakt. Auch die Landeshauptstadt muss noch gehörig aufrüsten. Dass der Ausbau der Kinderbetreuung überfällig ist, zeigt der Blick auf Innsbruck. Die Kindergärten platzen aus allen Nähten. Man denkt sogar über eine Sprengel-Regelung nach.

Ganzjährig und ganztägig! Das sind die zentralen Vorgaben des Landes. Dazu kommen kleinere Gruppen, kostenfreier Zugang für die über Vierjährigen und ein verpflichtendes Kindergartenjahr für die Fünfjährigen. Da müssen die Gemeinden ordentlich aufrüsten, damit Tirol vom Nachzügler zum Vorreiter bei der Kinderbetreuung wird.

Dass der Bedarf da ist, zeigt sich in Innsbruck. "Die Eltern nehmen das verpflichtende Kindergartenjahr dankbar an. Nur vereinzelt hat es Ansuchen um Ausnahmegenehmigung gegeben", so Amtsleiterin Brigitte Berchtold.

Hohe Kosten
Was in den Kindergärten jetzt fehlt, ist Platz und Personal. "Wir bauen heuer die Standorte Lönsstraße und Innerkoflerstraße aus. In Igls errichten wir eine Expositur in der alten Post. Eine Million Euro kostet das", fasst Vizebürgermeister Christoph Kaufmann zusammen. Kaufmann geht davon aus, dass in Innsbruck bis 2012 40 Prozent der Kindergärten die Vorgabe mit den kleinen Gruppen zu 20 Kindern erfüllen können. "Für flächendeckende Kleingruppen sind sechs Millionen Euro notwendig."

Notwendig wird laut Berchtold in Zukunft möglicherweise auch eine Sprengel-Regelung. "Die Kindergärten werden immer mehr zu Bildungseinrichtungen. Da ist es sinnvoll, auch darüber nachzudenken."

von Claudia Thurner, "Tiroler Krone"

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