Der 37-Jährige ist bereits zehn Mal vorbestraft, seine letzte Entlassung aus dem Gefängnis erfolgte im August 2010. Alles ging gut, bis er dann um Weihnachten herum kein Geld mehr hatte.
Der Grazer wollte für seine Freundin sowie deren fünf Kinder Geschenke kaufen, und außerdem seine Schulden zahlen. "Und was fällt ihm da ein? Ein Banküberfall", so Staatsanwältin Gertraud Pichler. Vier Tage vor Weihnachten fuhr der Beschuldigte mit der Straßenbahn durch Graz. Dabei hatte er laut Anklage eine Haube mit Sehschlitz, eine Gaspistole und eine Sonnenbrille mit. "Eine Sonnenbrille im Dezember!", wunderte sich Richter Gernot Patzak. Der Beschuldigte ging dann - bankräubermäßig adjustiert - in das Geldinstitut und sagte dort zu einem der Angestellten: "Guten Tag, Kohle her bitte." Dabei bedrohte er ihn laut Anklage mit der Gaspistole. Dann ging er auch noch zum zweiten Schalter, bekam auch dort Geld und wollte verschwinden.
Zeuge fürchtete Rache
Weit kam der Beschuldigte aber nicht, hatte doch ein Bankkunde bereits die Polizei verständigt. "Ich bin langsam aus der Bank hinausgegangen und habe mich gegenüber in einem Hauseingang versteckt, dort habe ich ihn beobachtet und die Polizei angerufen", schilderte der Zeuge. Zunächst wollte er nicht vor dem Angeklagten aussagen, er fürchtete eventuelle Rache. "Sie werden ihm nichts tun, oder?", fragte der Richter den Beschuldigten, der mit "Nein" antwortete.
"Mir tut das Ganze wahnsinnig leid"
Der Grazer wurde verhaftet, die gesamte Beute sichergestellt. "Mir tut das Ganze wahnsinnig leid, ich würde es gern rückgängig machen", beteuerte der 37-Jährige. Er wurde nicht rechtskräftig zu neun Jahren Haft verurteilt und erbat sich Bedenkzeit.
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