42 Tote bei Protesten

„Blut an Copa“! Kolumbien will Turnier verschieben

Der südamerikanische Fußball-Verband Conmebol hat den Antrag Kolumbiens abgelehnt, die Copa America auf November zu verschieben. Wegen des internationalen Kalenders und der Logistik des Turniers sei dies unmöglich, hieß es in einer Mitteilung der Conmebol am Donnerstag (Ortszeit). Der Kontinentalverband sicherte aber die Austragung des Turniers zu und kündigte an, in den kommenden Tagen die neuen Spielstätten für die ursprünglich in Kolumbien geplanten Partien bekanntzugeben. Indes gehen die Proteste der Fans gegen das Turnier weiter, es klebe Blut am Pokal, sagen die Kritiker.

Vor einigen Tagen hatte der argentinische Präsident Alberto Fernandez (unten im Bild) in einem Radio-Interview erwähnt, dass Argentinien bereit sei, die Möglichkeit zu prüfen, alleiniger Veranstalter zu sein - falls alle Corona-Auflagen erfüllt würden. Das südamerikanische Land, das die Copa America zusammen mit Kolumbien veranstalten sollte, leidet mit mehr als 35.000 Neuinfektionen am Tag derzeit besonders unter Corona. Fernandez kündigte am Donnerstag einen harten Lockdown bis Ende des Monats an.

Die Copa America soll vom 13. Juni bis 10. Juli parallel zur EM ausgetragen werden. Die Copa America ist die traditionsreiche Kontinental-Meisterschaft der Nationalmannschaften in Südamerika. Kolumbien hatte bei der Conmebol am Donnerstag wegen einer Verschiebung angefragt. Demnach hoffte man, die Copa America Ende des Jahres zu veranstalten, wenn die Corona-Situation es zulässt, dass Zuschauer ins Stadion können.

Seit Ende April gibt es in verschiedenen Städten Kolumbiens immer wieder zahlreiche Proteste und auch Ausschreitungen. Bisher starben nach den jüngsten Angaben der nationalen Ombudsstelle im Zusammenhang mit den Protesten mindestens 42 Menschen. Wegen der Wirkung des außerhalb der Stadien eingesetzten Tränengases wurden zuletzt mehrere Spiele in südamerikanischen Clubwettbewerben in Kolumbien unterbrochen. Manche Partien wurden innerhalb des Landes und auch in andere Länder, etwa Ecuador oder Venezuela, verlegt.

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