10.05.2021 08:00 |

Nach 196 Tagen

Tiroler Wirte sind bereit für nächstes Comeback

Nach exakt 196 Tagen Dunkelheit heißt es am 19. Mai endlich „es werde Licht“ in den Hotel- und Gastronomiebetrieben . Die „Krone“ hat in der Wirtschaftskammer nachgefragt, wie die Vorbereitungen für das hoffentlich letzte Comeback bei Tirols Wirten laufen...

„Die Restaurants bereiten sich derzeit intensiv auf die Öffnungen vor“, sagt Gastronomie-Obmann Alois Rainer. Er betont im Zuge dessen aber auch gleich, dass es „stets davon abhängt, wo sich der Betrieb befindet“. So werde das klassische Wirtshaus im Unterland „mit Sicherheit aufsperren“. Bei den Betrieben in den Tourismushochburgen hänge es freilich von der Buchungslage bei den Hotels ab, da beide Bereiche eng verknüpft seien. Genaue Zahlen, wie viele aufsperren und wie viele noch abwarten, gebe es momentan nicht.

Daneben gibt es noch die Bars, die „aufgrund der Sperrstunde ab 22 Uhr natürlich nicht die Möglichkeit haben, aufzusperren. Sie haben de facto seit Beginn der Corona-Pandemie zu“.

„Verordnung für die Öffnung fehlt noch“
Wie die Vorschriften hinsichtlich der Sicherheitsmaßnahmen aussehen, kann Rainer noch nicht sagen: „Die Verordnung dazu liegt noch nicht vor.“ Der Obmann rechnet jedoch mit den Vorgaben aus dem Vorjahr. Also Zwei-Meter-Abstand von Tisch zu Tisch, im Innenbereich vier Personen pro Tisch und im Außenbereich zehn Personen. „Und natürlich braucht es überall einen Covid-Beauftragten.“ Hierzu gebe es beim Wifi entsprechende Schulungen.

Wie genau es mit dem Eintritt in das Restaurant aussieht, werde sich auch noch weisen, meint der Obmann: „Ob das mit dem Grünen Pass dann schon auf Schiene ist, bleibt abzuwarten. Zu Beginn muss es jedenfalls digital und anlog funktionieren.“ Dazu brauche man auch einen eigenen Mitarbeiter, der das kontrolliert: „Der Kellner kann das nebenher nicht mitmachen.“

„Betriebe in Kurzarbeit sind gut aufgestellt“
Bezüglich des Personals schätzt der Obmann, dass jene, die „ihre Mitarbeiter noch immer in Kurzarbeit haben, personell gut aufgestellt sein dürften. Jene, die komplett geschlossen hatten, dürften es etwas schwieriger haben. Der Fachkräftemangel hat uns ja schon vor der Krise betroffen“.

Und Rainer wartet noch mit einer Forderung an die Politik auf: „Dass man die Maßnahmen so schnell wie möglich lockert und die Sperrstunde nach hinten verschiebt, damit auch wieder eine Hochzeit oder größere Geburtstagsfeiern stattfinden können. Wenn eh alle geimpft, genesen oder getestet sind, sollte man kleinere Feiern wieder zulassen.“ Den Fahrplan dazu solle es möglichst bald geben, denn „alle von einer Pressekonferenz zur nächsten vertrösten, ist zermürbend“.

„Vorbereitungen laufen grundsätzlich gut“
In der Hotellerie würden die Vorbereitungen derzeit ebenfalls auf Hochtouren und grundsätzlich gut laufen, lässt Obmann Mario Gerber wissen: „Es ist Optimismus vorhanden.“ Wie Rainer beklagt jedoch auch er, dass „aus Wien noch keine genaue Verordnung vorliegt“. Ein großer Dämpfer in der Branche seien die Reisebestimmungen. Je nach Regelung ihres Landes müssen Touristen nach einer Rückkehr aus Österreich etwa in Quarantäne.

„Stadthotellerie liegt am Boden“
„Es gibt in Tirol Regionen, die fast nur von inländischen Gästen leben, und solche, die fast nur von internationalen Gästen leben.“ Somit sei eine Öffnung für einige nicht rentabel. „Von mehreren höre ich aber, dass die Buchungslage sehr gut ist.“ Auf die Stadthotellerie, „die am Boden liegt“, treffe dies freilich nicht zu: „Sie braucht dringend weitere Hilfen, für die ich mich auch einsetzen werde.“ Die möglichst rasche Umsetzung eines grünen Passes für die Reisefreiheit in Europa sei essenziell, meint Gerber.

„Plädiere für 48-Stunden Regelung“
Hinsichtlich der bereits angekündigten regelmäßigen Testpflicht vor Ort für Hotelgäste zeigt sich der Obmann optimistisch: „Es gibt im Land Tirol eine Tourismus-Taskforce, seitens derer mitgeteilt wurde, dass die Kosten für die Tests vom Bund übernommen und auch in ausreichender Anzahl vorhanden sein werden.“ In der Schwebe sei noch, ob sich Gäste alle 24 oder 48 Stunden testen lassen müssen. „Ich plädiere für die 48-Stunden-Regelung“, sagt der Obmann.

„Neuerliches Zusperren würde alle ruinieren“
Zur Personalsituation teilt Gerber mit, dass „in der Hotellerie viele nicht in Kurzarbeit geschickt werden konnten, sondern arbeitslos wurden“, wodurch der Fachkräftemangel sicher wieder „ein Thema werden wird“. Die größte Forderung, die Gerber abschließend anbringt, ist, „dass nach dem Aufsperren auch offenbleiben muss. Das gilt nicht nur für die Hotellerie, sondern auch für alle anderen Freizeitbetriebe“.

Ein neuerliches Zusperren würde „alle ruinieren“, warnt er.

Manuel Schwaiger
Manuel Schwaiger
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