13.04.2021 06:30 |

Geburtenzahlen steigen

2021 dürfte ein starkes Baby-Jahr werden

2021 als steirisches Babyboom-Jahr? Es sieht ganz danach aus! Die Statistikkurve geht steil nach oben, Hebammen berichten von einem hohen Arbeitspensum. Die großen Gewinner dieser Entwicklung sind bislang die heimischen Privatkliniken sowie Versicherungsanstalten - Zusatzversicherungen sind gefragt wie nie.

Der große Stromausfall von 1965 in den USA blieb für viele unvergesslich: Neun Monate später verzeichnete man dreimal so viele Geburten wie gewöhnlich. Ähnliches wurde hierzulande zu Beginn der Pandemie als Auswirkung auf den damals ersten Lockdown prognostiziert.

Plus von 15 Prozent
Und siehe da - jetzt sprechen tatsächlich erste Indizien für diese Theorie: „Wir können bisher in diesem Jahr ein Geburten-Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr feststellen“, erzählt Pedram Afschar, Geschäftsführer der Grazer Privatklinik Ragnitz.

Öffentliche stagnieren
Während es auf „Krone“-Anfrage aus den steirischen Landeskrankenhäusern heißt, dass man eine „ähnliche Auslastung“ wie 2020 registriere, sind hingegen die Kreißsäle des Sanatoriums St. Leonhard mindestens ebenso stark belegt wie jene in Ragnitz: „Die Geburtenzahlen sind in den ersten Monaten des heurigen Jahres bei uns deutlich angestiegen“, berichtet der ärztliche Direktor Andreas Bagdahn.

Neuer Rekord
2020 wurden insgesamt 917 Geburten in der Grazer Privatklinik gezählt, dass im laufenden Jahr die 1000er-Marke gesprengt wird, hält der Verantwortliche für „äußerst wahrscheinlich“.

Hebammen im Stress
Auch für die 312 steirischen Hebammen brachte die Pandemie einen ordentlichen Mehraufwand - was jedoch nicht nur der steigenden Geburtenzahl geschuldet ist: „Durch die Corona-bedingt veränderten Umstände - Stichwort Maske und Besuche - gehen die Wöchnerinnen jetzt viel früher nach Hause als normalerweise. Länger als zwei bis drei Tage bleibt heute kaum mehr eine Frau im Spital, viele gehen sogar gleich unmittelbar nach der Geburt“, spricht Silke Gatterer, Leiterin der steirischen Hebammen-Landesgeschäftsstelle, aus Erfahrung.

Frauen verlassen früher Krankenhaus
Damit steigt parallel die Nachfrage an Hausbesuchen: „Sowohl Kassen- als auch Wahlhebammen sind aktuell wirklich sehr gut ausgelastet“, betont Gatterer, die einmal mehr auf eine Aufstockung der Kassenstellen sowie eine bessere Bezahlung ihrer Branchenkolleginnen drängt.

Weniger restriktive Regeln als Plus
Die Ursache für den Zustrom in die Privatkliniken dürfte in den aktuell stark divergierenden Hausregeln wurzeln: „In den Landesspitälern darf der Vater nur bei der Geburt dabei sein, danach gelten weit strengere Besuchsregeln als in den Sanatorien“, heißt es von den Betroffenen.

Zusatzversicherung als Eintrittskarte
Dass damit auch die Zahl an privaten Krankenzusatzversicherungen steigt, liegt auf der Hand: Etwa jeder dritte Österreicher verfügt bereits über eine solche Absicherung, wobei ein Zehntel der Polizzen laut jüngsten Erhebungen erst 2020 abgeschlossen wurde.

Barbara Winkler
Barbara Winkler
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