12.03.2021 06:41 |

Analyse der 2. Welle

Die meisten Corona-Toten hatten Grunderkrankung

Auch in der zweiten Welle hat sich gezeigt: Die wenigsten Todesfälle bzw. schweren Fälle treten bei Menschen ohne Grunderkrankung auf. Dass junge Patienten, die überhaupt keine Vorerkrankung aufweisen, auf der Intensivstation landen und letztlich versterben, sei „sehr selten“ bzw. die „deutliche Minderheit“, sagte Michael Joannidis, Leiter der internistischen Intensivstation der Uni-Klinik Innsbruck.

Der Experte erklärte im APA-Gespräch, mehr als 95 Prozent der Tiroler Intensivpatienten, die wegen des Virus intensivmedizinische Behandlung benötigten, hätten eine schwere Lungenentzündung entwickelt. Sehr häufig lagen Vorerkrankungen vor: Diabetes, hoher Blutdruck oder Übergewicht. Letztere Erkrankung lag bei zwei Drittel der Intensivfälle vor, so Joannidis.

Sterblichkeit bei Über-80-jährigen Intensivpatienten „circa 50 Prozent“
Darüber hinaus gelte - ob erste oder zweite Welle: „Höheres Alter ist mit einer deutlich schlechteren Überlebensrate verbunden.“ In der zweiten Welle - in denen die Intensivpatienten im Durchschnitt deutlich älter waren - habe die Sterblichkeit bei Über-80-Jährigen „circa 50 Prozent“ betragen, so der renommierte Mediziner, bei den Unter-60-Jährigen hingegen weniger als zehn Prozent. Im Median hätten die Corona-Todesfälle in der ersten Welle ein Alter von 76 Jahren aufgewiesen, in der zweiten 77 Jahre. 70 Prozent der Corona-Intensivpatienten sind laut dem Experten übrigens männlich.

Mehr als jeder vierte Intensivpatient starb
Die Sterblichkeit auf den Tiroler Intensivstationen betrug in der zweiten Welle 28 Prozent, hatte Joannidis in einem anderen Interview erklärt. Damit lag sie etwas höher als in der ersten Welle der Pandemie, als sie 24 Prozent betrug.

Oft Überraschungen bei Verlauf beobachtet
Bei den an Corona erkrankten Intensivpatienten zeigten sich immer wieder überraschende Krankheitsverläufe. Nicht selten stelle man eine „Diskrepanz von Symptomatik zu Lungenbild“ fest. Oftmals ist die intensivmedizinische Behandlung langwierig und reich an Komplikationen - etwa treten viele Sekundärinfektionen auf. Dramatische, nicht erwartete Verläufe seien ebenso darunter wie positiv-überraschende: So haben sich schwerste Verläufe unter maximaler Therapie wieder gut erholt, andererseits traten oft so rapide Verschlechterungen ein, dass alle intensivmedizinischen Maßnahmen und Anstrengungen des Teams leider erfolglos waren.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Tirol
Donnerstag, 21. Oktober 2021
Wetter Symbol
Tirol Wetter
10° / 15°
einzelne Regenschauer
6° / 14°
einzelne Regenschauer
6° / 12°
Regen
8° / 13°
einzelne Regenschauer
6° / 13°
einzelne Regenschauer
(Bild: stock.adobe.com, Krone KREATIV)