12.03.2021 07:00 |

Lokalaugenschein

Muhr: „Die Leute haben kurz auf Corona vergessen“

Ohne negativen Corona-Test den Ort verlassen? Das ist ab sofort in Muhr in Salzburg nicht mehr möglich. Die Polizei kontrolliert die einzige Zufahrt in die beschauliche Lungauer Gemeinde. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist nirgendwo in ganz Salzburg höher - auch weil einige Bewohner auf sämtliche Covid-Maßnahmen gepfiffen haben.

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Selbst die härtesten Test-Verweigerer sind chancenlos. Jeder, der Muhr mit dem Auto verlassen will, muss am Kontrollpunkt der Polizei vorbei. Seit Donnerstag bewachen Beamte die einzige Zufahrtsstraße. „Ich habe damit kein Problem, die Maßnahmen sind richtig“, sagt Balthasar Laireiter und zeigt den Polizisten seinen Covid-Bescheid. Dann darf er seine Fahrt in Richtung Salzburg fortsetzen. „Es darf nicht weiter ausufern“, sagt Laireiter, ein waschechter Muhrer und Landesleiter der Salzburger Bergrettung.

Längst nicht alle Einwohner haben so viel Verständnis für die strengen Ausreisebeschränkungen. Und doch nehmen es fast alle zähneknirschend hin. „Es gab keine besonderen Vorkommnisse, alles verlief an Tag eins ruhig“, heißt es seitens der Polizei.

Darum kippte die Corona-Lage:
15 aktiv Infizierte gibt es derzeit in der 487-Einwohner-Gemeinde. „Wir haben allerdings viele K1-Kontaktpersonen“, sagt Bürgermeister Hans-Jürgen Schiefer (ÖVP). Lange galt Muhr als eine der Gemeinden mit den niedrigsten Covid-Fallzahlen in ganz Salzburg. Warum die Lage derart gekippt ist? „In der vergangenen Woche hat es Sachen gegeben, die nicht sein hätten dürfen. Da haben die Leute kurzfristig auf Corona vergessen“, sagt der Ortschef. So soll es auch eine größere private Feier gegeben haben.

In der Turnhalle der Volksschule gibt es mittlerweile eine Teststraße. Ideal für Pendler wie Petra Krznar, Betreiberin des Café Bellissimo in St. Michael: „Ich teste mich regelmäßig. Ein bisschen übertrieben ist das Ganze schon.“

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