08.03.2021 13:15 |

Harte Bandagen

Mit Blaulichteskorte zurück nach Tirol begleitet

Berufspendler Friedrich W. wollte am Samstagabend legal die deutsche Grenze überqueren. Doch die bayrische Polizei verweigerte ihm trotz gültiger Dokumente die Einreise. Skurril: Mit Blaulichteskorte (!) ging es für ihn wieder zurück nach Österreich.

Noch immer skurrilere Ausmaße nehmen die wegen der Corona-Einreisebestimmungen durchgeführten Kontrollen an den Grenzen zu Deutschland an. Das zeigen die Erlebnisse von Friedrich W., der mit seinem Team für den ORF die Bundesliga-Fußballpartien in Österreich überträgt.

Dienstausweis, Arbeitsbestätigung, negativer Covid-Test im Gepäck
Am Samstagabend wollte er nach der Fußball-Partie im Tivoli-Stadion Tirol mit seinem Übertragungswagen über das Große Deutsche Eck nach Salzburg fahren. Er hatte - wie auch schon in den Wochen zuvor - ordnungsgemäß alle dafür notwendigen Dokumente dabei, wie etwa seinen ORF-Dienstausweis, eine Arbeitsbestätigung und einen gültigen negativen Corona-Test.

20-minütige Wartezeit
„Keine Probleme gab es am österreichischen Checkpoint an der Grenze, unangenehm wurde es dann aber beim Checkpoint der deutschen Beamten. Sie haben mir meinen Führerschein und Personalausweis abgenommen und betont, dass sie der negative Covid-19-Test nicht interessiere. Folglich haben mich die Polizisten rund 20 Minuten warten lassen“, erklärt Friedrich W.

Ausweise abgenommen
Als die Beamten nach der bangen Wartezeit zurückkehrten, traute er seinen Augen kaum. „Sie haben mir die Weiterfahrt untersagt, obwohl Berufspendler die Grenze passieren dürfen. Ich habe sie nach meinen Ausweisen gefragt. Doch diese wollten sie mir erst wieder auf österreichischem Boden aushändigen. Somit wurde ich mit Blaulichteskorte zurück auf die österreichische Seite begleitet. Ich wurde behandelt wie ein Schwerverbrecher. Das war extrem, so etwas habe ich noch nie erlebt“, schildert Friedrich W. noch immer schockiert.

Auf österreichischem Boden wurde er von einem heimischen Polizisten kontrolliert. „Als ich ihm vom Erlebnis erzählte, ermutigte er mich, Beschwerde einzureichen. Das zeigt, wie angespannt die Lage zwischen den deutschen und österreichischen Beamten ist“, sagt der Übertragungstechniker.

„Ist reine Glückssache“
Folglich nahm er einen eineinhalbstündigen Umweg in Kauf und versuchte sein Glück am Kleinen Deutschen Eck - mit Erfolg! „Ich durfte problemlos passieren. Es ist somit aktuell Glückssache, als berufstätiger Reisender die deutsche Grenze überschreiten zu dürfen. Die Causa ist in keinster Weise nachvollziehbar“, schüttelt er den Kopf.

Jasmin Steiner
Jasmin Steiner
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