Der WWF vermeldet einen zahlenmäßigen Rückgang der Wölfe in Österreich. Die trügerische Momentaufnahme bedeutet aber für Tirol mit seinen zehn registrierten Individuen keine Entwarnung. Am Herdenschutz wird gebastelt, allerdings fehlt es an den gesetzlichen Strukturen. Ein Prozess, der dauern kann!
„Während es bei der Wolfsfamilie am Truppenübungsplatz Allensteig weiteren Nachwuchs gab, ist bei zwei weiteren Rudeln im Waldviertel nicht einmal gesichert, dass es sie überhaupt noch gibt“, analysierte gestern der Wolfsexperte des WWF, Christian Pichler, den Status quo. Im Bundesgebiet gebe es bis zu 40 Wölfe, um acht weniger als im letzten Jahr.
Neben einem besseren Monitoring fordert der WWF vor allem ein Ende der negativen Stimmungsmache, die niemandem etwas bringe, denn der Schutzstatus durch die Fauna-Flora-Habitatsrichtlinie der EU werde sicher nicht aufgeweicht. Pichler: „Das bekräftigte auch kürzlich Ministerin Gewessler.“ So wird die EU-Petition von LK-Präsident Hechenberger - die „Krone“ berichtete - wohl ins Leere laufen
Salzburger drängen
Währenddessen scheint das Thema Herdenschutz nicht nur in Tirol gerade vor der neuen Almsaison präsenter zu werden. So forderte bereits im Oktober 2020 die Salzburger Landesregierung den Bund auf, „ehestmöglich österreichweit einheitliche Rahmenbedingungen für effektiven Herdenschutz zu entwickeln und zu implementieren“.
Im Speziellen geht es um die rechtlichen Grundlagen, Hirten anzustellen oder Herdenschutzhunde einzusetzen. Weiters müsse sowohl die Ausbildung der Hirten, als auch die Zucht und Ausbildung der Hunde rasch geregelt werden. Gerade in Salzburg erfuhr man, dass der Schutz wohl in Stein gemeißelt ist: Das Landesverwaltungsgericht hob einen Abschussbescheid der BH auf!
1 Millionen Euro für Pilotprojekt
Aber auch in Tirol scheint man sich dem Thema Herdenschutz auf den rund 400 Schafalmen zu öffnen. Das Land hat dafür eine Million Euro reserviert. Bereits im Almsommer startet das Pilotprojekt „Spisser Schafberg“, für das die drei Schafalmen der Gemeinden Fließ, Pfunds und Spiss im Tiroler Oberland zusammengelegt wurden.
„Der Hirte ist bereits unter Vertrag“, heißt es aus dem Büro von LHStv. Geisler. Auf ungeschützten Almen sollten so genannte „Notfallteams“ Risse verhindern. Nur: Die gibt es in Tirol (noch) nicht! Die heutige Gesprächsrunde in der Tiroler Landwirtschaftskammer soll dafür den Grundstein legen.
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