28.02.2021 08:00 |

Blackout-Vorsorge

Stromausfall: Wie die Gemeinden aufrüsten

Wenn ein Blackout länger als nur Minuten dauert und ganze Ortschaften lahmlegt, ist Chaos vorprogrammiert! Zahlreiche steirische Kommunen haben für den Notfall bereits Vorsorge getroffen und sind auf alles vorbereitet.

Wenn ein defekter Wasserkocher die Sicherungen „fliegen“ lässt, die Wohnung in Nachtschwärze gehüllt wird und der Tiefkühlschrank ein unangenehmes Alarmpiepsen sendet, dann ist den meisten von uns ziemlich mulmig zumute - und wir zählen die Sekunden, bis der Strom endlich wieder zurück ist.

Gar nicht auszudenken, wenn der Blackout nicht nur einen einzelnen Haushalt, sondern gleich mehrere Gemeinden mit Tausenden Bewohnern lahmlegt. Hilfe von den Nachbarkommunen, die bei Katastrophenfällen häufig Retter in der Not sind, ist dann nicht zu erwarten. Sie kämpfen ja selbst händeringend mit der Bewältigung des Mega-Stromnotfalls.

Jetzt Vorsorge für den Strom-Notfall treffen
„Es ist wichtig, dass die Bevölkerung via Zivilschutzverband sensibilisiert wird, Vorräte anzulegen, es ist aber ebenso wichtig, dass die Gemeinden eine Blackout-Vorsorge treffen“, sagt Herbert Marussig. Gemeinsam mit seinem Partner Walter Schiefer berät er die weiß-grünen Kommunen seit 2018, wie sie „Blackout-fit“ werden. Der Inhaber einer Kommunikationsagentur in Leibnitz wurde bereits bei mehr als hundert Bürgermeistern vorstellig, Dutzende steirische Orte sind nunmehr mit im Boot.

„Wir erstellen maßgeschneiderte Krisenpläne und setzen sie danach auch konkret um“, sagt Marussig. Heißt: Es werden Gespräche mit Einsatzorganisationen, Tankstellenpächtern oder Wasserversorgern geführt.

Alle Rädchen sollen ineinandergreifen
„Unser Ziel ist es, dass alle Organisationen zusammenarbeiten und schon im Vorfeld wissen, was der jeweils andere macht. Aus vielen Einzeltönen soll eine stimmige Melodie werden.“

Ein Musterbeispiel eines Notfallplans: Gehen alle Lichter im Ort aus, wird das Gemeindeamt zur Einsatzzentrale. Im Vorfeld wurde das Behördenhaus bereits mit einer Fotovoltaikanlage samt Speicher ausgestattet - und hat Strom. Von dort aus koordiniert der Ortschef samt den Mitgliedern der Blaulichtorganisationen und anderen „Playern“ im Bereich der Infrastruktur die Notmaßnahmen.

Aber was kostet ein solches „Blackout-Paket“ für eine Kommune? „9900 Euro brutto“, so Marussig.

Jörg Schwaiger
Jörg Schwaiger
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