21.02.2021 11:30 |

„Inventar der Gegend“

Ein künstlerischer Streifzug durchs Mürztal

Eine künstlerische Bestandsaufnahme des Mürztals liefern Autorin Angelika Reitzer, Musikerin Maria Gstättner und Fotograf Ditz Fejer in ihrem spannenden Mehrspartenprojekt „Inventar der Gegend“. Nach seiner Uraufführung im Juni 2019 beim Brücken-Festival in Mürzzuschlag ist es nun auch als Buch erhältlich.

„Komm! / Mit mir, wir brechen durchs Tal. / Wir wandern durch / die Gegend.“ Beinahe romantisch mutet die Aufforderung an, mit der die künstlerische Bestandsaufnahme des Mürztals beginnt. Doch mit romantischer Verklärung der Heimat hat dieses Projekt eigentlich wenig am Hut.

Dagebliebene, Zugereiste und Abgewanderte
Als Basis der Arbeit hat Angelika Reitzer Gespräche mit Menschen in und aus dem Mürztal geführt: Dagebliebene, Zugereiste und Abgewanderte. Dieses Material hat sie zu Lyrik verarbeitet, die um zwei zentrale Fragen kreist: Wo komm ich her, und wo gehöre ich hin?

Zuhause im Widerspruch
Das Resultat ist so vielstimmig und widersprüchlich wie das Projekt selbst. Denn Maria Gstättner und Ditz Fejer, die diese Gedichte als Ausgangsmaterial für ihre eigenen künstlerischen Erkundungen nutzen, tun dies nicht etwa in einer Form der bloßen Untermalung, sondern schlagen sich ihre eigenen Pfade.

Ditz Fejers Bilder zeigen eine menschenleere Gegend, die weniger ein Lebensraum als vielmehr ein Ort der Erinnerung zu sein scheint. Die Geschichten vieler Menschen haben sich - nicht selten in Form von Architektur - hier eingeschrieben.

Pop, Volksmusik und Moderne
Die musikalischen Streifzüge von Maria Gstättner verschmelzen mit den Texten zwar zu einer Art Hörspiel (dem Buch als CD beigelegt), behalten sich dabei aber auf wunderbare Weise ihre Eigenständigkeit: Pop, Volksmusik und Moderne verschmelzen nicht zu einer neuen Einheit, sondern bleiben auf wunderbare Weise sperrige Nachbarn.

Denn genau darin liegt der Reiz dieses Projekts: Hier muss nichts verschmelzen, sondern hier dürfen Widersprüche nebeneinander existieren und sich im besten Fall sogar ergänzen. Denn die Heimat liegt auch im Mürztal nah an der Fremde. Besser gesagt: „Was wir brauchen. / Die Fremden am Rand der uns bekannten Gegenden, aber auch das Fremde in uns.“

Das Buch zu „Inventar der Gegend“ (edition kürbis, 112 Seiten, 30 Euro, mit einer CD) wurde über eine Crowdfunding-Kampagne finanziert.

Christoph Hartner
Christoph Hartner
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