20.02.2021 09:00 |

Paare verzweifelt

Söders Grenzregime „killt“ Fernbeziehungen

Bayerns Ministerpräsident lässt die Rollbalken herunter, Ausnahmen gibt es für systemrelevante Bereiche. Eine Partnerschaft über die Grenzen hinweg gehört nicht dazu. „Wir werden komplett vergessen“, betont eine betroffene Tirolerin, die seit sechs Jahren mit einem Bayern liiert ist. „Mein Partner ist für mich systemrelevant!“, sagt sie verzweifelt.

Unverheiratete binationale Paare, die eine Fernbeziehung über die Landesgrenzen hinweg führen, stehen in Pandemiezeiten im Abseits. Ihre Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt – besonders, wenn Politiker wie der bayerische Ministerpräsident Markus Söder an den Grenzen einfach die Rollbalken herunterlassen. Betroffen von diesem behördlich verhängten „Kontaktverbot“ sind in Tirol Hunderte dieser „Grenzlieben“.

Ärger in Foren
In Internet-Foren tauschen sie sich aus, machen ihrem Ärger Luft und lassen ihrer Verzweiflung freien Lauf. „Es gehört doch zu den Grundbedürfnissen des Menschen, seinen geliebten Partner oder seine geliebte Partnerin zu sehen“, sagt Angela Z. (Name bekannt), die der „Krone“ hautnah ihr Schicksal schildert.

„Ich verstehe überhaupt nicht, warum es Ausnahmen für Arbeitskräfte gibt. Für mich ist mein Partner doch auch systemrelevant. So wie mir geht es vielen Paaren. Alle in der Internet-Gruppe sind so verzweifelt. Aber das scheint anscheinend niemanden zu interessieren“, ist sie den Tränen nahe.

Zuerst Partnerbesuch und dann in Quarantäne
Seit sechs Jahren ist sie mit ihrem bayerischen Freund zusammen. Ihn besuchen darf sie bis mindestens März nicht. Umgekehrt dürfte er – nach Überwindung zahlreicher bürokratischer Hürden – zwar nach Tirol fahren, müsste dann aber nach der Rückkehr für zehn Tage in Quarantäne, aus der er sich frühestens nach fünf Tagen freitesten kann. „Wie soll sich denn das die arbeitende Bevölkerung leisten können? Ein Wochenende beim Partner kostet fünf Tage unbezahlten Urlaub/Quarantäne“, klagt eine weitere Betroffene im Internet-Forum.

Ausnahmen vom ersten Lockdown greifen nicht
Verheiratete scheinen laut bayerischer Verordnung im Vorteil zu sein: Ehepartner, eingetragene Lebenspartner, minderjährige Kinder und Eltern minderjähriger Kinder aus Tirol dürfen demnach einreisen, aber nur, wenn sie gemeinsam mit einem deutschen Angehörigen die Grenze passieren – sprich im selben Auto sitzen.

„Wir durften doch im Frühling (Anm. erster Lockdown) auch als Ausnahmen wieder über die Grenze und das auch noch ohne (!) irgendwelche Registrierungen und Tests. Ich verstehe nicht, warum die Ausnahmen auf einmal trotz strengerer Vorschriften und Kontrollen nicht bestehen bleiben“, betont eine weitere Betroffene.

Philipp Neuner
Philipp Neuner
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