23.01.2021 14:52 |

Zeltlager in Graz

Aktivisten fordern Solidarität mit Flüchtlingen

Mit einem Zeltlager am Grazer Freiheitsplatz wollen steirische Aktivistinnen und Aktivisten auf die Lage in den Flüchtlingslagern an den Grenzen Europas aufmerksam machen: „Es geht uns um ein Symbol der Solidarität und wir wollen mit den Menschen ins Gespräch kommen“, so die Verantwortlichen.

Samstagmittag am Grazer Freiheitsplatz. Es beginnt langsam zu regnen und die Temperaturen sind recht mild für Jänner, aber trotzdem möchte man sein Quartier nicht unbedingt in einem Zelt im Freien aufschlagen. Doch genau das haben die Aktivistinnen und Aktivisten vor, die hier gerade die Zeltpfosten in den Boden rammen. Sie wollen sogar die Nacht auf Sonntag hier verbringen. „Es geht uns darum, ein Zeichen zu setzen und darauf aufmerksam zu machen, was viele Flüchtlinge Nacht für Nacht an den europäischen Außengrenzen erleben müssen“, sagt Heidrun Primas.

Die Leiterin des Grazer Forum Stadtpark war über Weihnachten selbst auf Lesbos und hat die Zustände im dortigen Lager erlebt: „Es ist erschütternd und menschenunwürdig! Wir müssen mehr Solidarität mit diesen Menschen zeigen“, sagt sie. Und nachdem die Politik bisher nicht bereit war, Kinder und Familien aus Lesbos, Moria oder ähnlichen Lagern aufzunehmen, setzen sie und ihre Mitstreiterinnen nun auf Aktivismus. 

„Wochenende für Moria“ in ganz Österreich
Bereits im Advent wurde in Innsbruck unter dem Titel „Wochenende für Moria“ die erste derartige Aktion gestartet. Zahlreiche Städte zogen nach und nun gibt es die Aktion auch in Graz. Neben Primas zählen Marion Bock, Peter Hutter, Brigitte Kratzwald und die ehemalige Grazer Vizebürgermeisterin Lisa Rücker zum verantwortlichen Personenkommitte: „Es ist extrem schmerzhaft, dass wir bei dieser Unmenschlichkeit an den Grenzen Europas einfach nur zusehen. Es geht uns gar nicht um eine Veränderung der generellen Asylpolitik, sondern dass wir den Menschen, die dort leben müssen, wieder mit Herz begegnen“, sagt Rücker.

„Wir fordern, dass Österreich als Symbol der Solidarität 100 Kinder und Familien aus diesen Lagern aufnimmt“, so Primas im Gespräch mit der „Krone“. Bis das geschieht, will man jedes Wochenende am Freiheitsplatz die Zelte aufschlagen. „Das soll aber nicht als Geste der Provokation verstanden werden. Wir wollen mit Menschen ins Gespräch kommen“, so Primas. Jeweils Samstags und Sonntags um 16 Uhr gibt es daher auch ein sogenanntes „offenes Mikrofon“. Dieses steht nicht nur für geladene Experten, Künstler und prominente Gäste sondern auch für Passanten bereit - alles natürlich entsprechend der Corona-Maßnahmen.

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Christoph Hartner
Christoph Hartner
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