02.01.2021 15:55 |

Grazer Oper:

Neujahrskonzert mit italienischem Lebensgefühl

Was für ein gelungener Start ins Neue Jahr, und was für ein Drama, dass niemand dieses außerordentliche Konzert der Grazer Philharmoniker in der Oper miterleben konnte. Dafür fanden sich mehr als 1000 begeisterte Menschen (der Chat-Verlauf war eindeutig) aus aller Welt beim Live-Stream auf Youtube ein.

So trist das Bild eines leeren Opernhauses auch ist, so mitreißend war das, was die Grazer Philharmoniker unter ihrem Chefdirigenten Roland Kluttig zum Jahresauftakt boten. Dank des Livestreams und der Übertragung durch Radio Steiermark konnte man sich dennoch von den italienischen Klängen des Programms ins Neue Jahr tragen lassen.

Zurückhaltender Start, furioses Finale
Zurückhaltend noch zu Beginn von Tschaikowskis „Capriccio Italien“, aber die russisch-italienische Mischung voll auskostend, kamen Orchester und Dirigent immer mehr in Fahrt, um schließlich ein fulminantes Finale hinzulegen. Auch Ponchiellis „Tanz der Stunden“ und Mascagnis Zwischenspiel aus „Cavalleria rusticana“ waren ein lebendiges Spiel der Klangfarben.

Großartige Solisten
Großen Eindruck hinterließen die Solisten Vanessa Latzko und Kamen Nikolov, die sich für Jules Demerssemans „Duo brillant“ für Flöte, Oboe und Orchester aus den Reihen der Philharmoniker lösten. Und umwerfend war der junge polnische Tenor Piotr Buszewski, der nicht nur Canzoni wie Gastaldons „Musica proibita“, D’Annibales „O paese d’ ’o sole“ oder Innocenzis „Addio, sogni di gloria“ mit Schmelz und kräftiger, klarer Stimme sang, sondern mit der Arie „Albergo di prima categoria“ aus Nino Rotas Oper „La notte di un nevrastenico“ einen vielversprechenden Vorgeschmack auf die Mai-Premiere von „Der Florentiner Hut“ gab.

„La Dolve Vita“
Womit wir beim zweiten Teil des Konzerts wären, die ganz Nino Rota gewidmet war und neben Hits wie den Themen aus den Filmen „Armacord“ und „Der Pate“ auch seine Suite zum Film „La Dolce Vita“ brachte – und wer hätte gedacht, dass die Grazer Philharmoniker unter ihrem deutschen Chefdirigenten so viel italienisches Lebensgefühl verströmen können.

Wer das Konzert verpasst hat, bis 12. Jänner kann man es sich auf Youtube (den Link finden Sie hier) noch anschauen. Große Empfehlung!

Michaela Reichart
Michaela Reichart
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