25.11.2020 07:00 |

Mordversuchsverdacht

9 Schüsse auf Opfer in Zell: „Es war wie im Krieg“

Vier Monate verbrachte das Opfer (39) der Gewalttat in Zell am See in Salzburg im Spital. Dass es noch lebt, kann als Wunder bezeichnet werden. Zwischen sieben und neun Kugeln trafen den Wiener Geschäftsmann - vier gingen durch, zwei sind noch immer in seinem Körper. Und ein Projektil streifte sogar seinen Kopf. Das Passierte schilderte er im Verhör.

„Er war ziemlich aggressiv und wollte mir den Autoschlüssel wegnehmen. Er packte mich am Arm, dann hat er auf mich geschossen. Den ersten Schuss habe ich mitbekommen. Er schoss dann noch sieben-, achtmal auf mich. Es war wie im Krieg. Dann wurde mir kalt.“

Opfer in Waldstück abgelegt
Abgespielt hat sich dies am Abend des 7. Juli in der Franz-Josef-Straße in Zell am See. Beim dort abgestellten Mercedes des Opfers. Der mutmaßliche Schütze, ein in U-Haft sitzender Niederländer (30), soll sein Opfer danach in den Wagen verfrachtet haben. Und wieder den Abzug der Walther PK betätigt haben, meinte das Opfer im Verhör. Dabei streifte ein Projektil den Kopf. Daraufhin soll der Niederländer sein Opfer weggefahren haben - etwa zehn Kilometer weit bis nach Piesendorf. Dort legte er es in einem Waldstück ab und fuhr wieder zurück.

Pistole lag im Mercedes, eine Kugel steckte fest
Währenddessen kam der Angeschossene zu sich und rief die Rettung. In der Zwischenzeit traf die Polizei am Tatort ein - und auch dort direkt auf den Verdächtigen. Dieser suchte seine Schlüsselkarte für sein Appartement, die die Beamten kurz zuvor gefunden hatten. Nach der Festnahme entdeckten Ermittler sofort die Tatwaffe: Die Pistole lag im Wagen des Opfers - auf dem Beifahrersitz. Und sie hatte offensichtlich Ladehemmung: Eine Patrone steckte fest.

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Das Auto und auch das Opfer wurden regelrecht durchsiebt. Es ist ein Wunder, dass es überlebt hat. Einige OPs stehen ihm noch bevor.

Opfer-Anwalt Stefan Rieder

Wie kam es zur Tat? Täter als auch Opfer hatten einander an jenem Tag erst kennengelernt. Sie tranken gemeinsam zwei Flaschen Wodka und konsumierten Kokain im Scooter-Geschäft des Wieners. Der Niederländer wollte sich den Mercedes ausleihen, Geld zum Mieten besaß er nämlich keines. Opfer-Anwalt Stefan Rieder schlussfolgert: „Er wollte bloß das Auto. Das ist ein mögliches Motiv.“ Bisher leugnet der Verdächtige die Vorwürfe.

Antonio Lovric
Antonio Lovric
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