St. Pöltner Wahlkampf:

Mehr Radler, Busse und sogar eine Stadtbahn

Die Zahl der Menschen, die in St. Pölten leben und arbeiten, wächst ständig – und damit steigen auch die Anforderungen an die Infrastruktur. Eines der heiklen und zentralen Themen ist der Verkehr. Die „Krone“ hat knapp zwei Monate vor der Wahl bei den Parteien nachgefragt, welche Ideen es gibt und wo der Schuh drückt.

Ausbau des LUP ins Umland, ein S-Bahn-System im Zentralraum und eine rasche Erweiterung der Bahnstrecken nach Krems und nach Traisen: Die SPÖ möchte in Zukunft vor allem den öffentlichen Verkehr rund um die Landeshauptstadt optimieren. „Schließlich pendeln 32.000 Personen zum Arbeiten nach St. Pölten“, erklärt Bürgermeister Matthias Stadler.

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St. Pölten ist schon jetzt die Stadt mit den meisten Parkplätzen pro Einwohner und es gibt noch freie Kapazitäten.

Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ)

Diesen müsste man eine bessere Alternative zum Auto bieten, wenngleich Stadler betont: „Wir haben bei den Parkplätzen noch Kapazitäten. Zusätzlich entstehen durch Projekte weitere Tiefgaragenplätze.“ In der Stadt selbst habe man den LUP zu einem Vorzeigemodell entwickelt. „5,3 Millionen Leute nutzen das Angebot pro Jahr. Mit der Erweiterung der Fahrzeiten bis spät am Abend haben wir das System verbessert“, so Stadler. Zudem arbeite die Stadt daran, Radfahrer-freundlicher zu werden. „In den nächsten fünf Jahren werden wir eine Million Euro in die Radinfrastruktur investieren.“

Öffi-Alternative auf Nord-Süd-Achse
Vorrang für den LUP im Stadtverkehr und die Bahn als Öffi-Alternative auf der Nord-Süd-Achse lautet das Rezept der VP für eine Infrastruktur, „die mit dem Wachstum der Stadt Schritt hält“. Neben neuen Radwegen ist für Vizebürgermeister Matthias Adl zusätzlich ein Regio-LUP in der Zukunft unverzichtbar: „Für ein attraktives Angebot für Pendler braucht es eine bessere Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden.“

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Mit intelligenten Ampel- Schaltungen , die aktuell auf den Verkehr reagieren, könnte der viel flüssiger gemacht werden.

Vizebürgermeister Matthias Adl (ÖVP)

Klaus Otzelberger von der FPÖ kritisiert vor allem die vielen Staus in St. Pölten: „Die Stadt wächst ohne wirkliches Straßenkonzept.“

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Die Radwege wurden zum Teil ausgebaut, jedoch sind diese oft gefährlich, da Hauptstraßen gekreuzt werden müssen.

Klaus Otzelberger (FPÖ)

Für ihn sind eine Umfahrung für den Schwerverkehr, eine zentrale Tiefgarage statt vieler kleiner Garagen und ein besseres Flottenmanagement beim LUP („Damit die Busse nicht leer umherfahren!“) essenziell.

Grüne wollen Stadtbahn auf Schiene bringen
Mutige Lösungen für den LUP fordern auch die Grünen. „Es braucht eine Takterweiterung sowie bessere Infrastruktur bei Haltestellten“, so Spitzenkandidatin Christina Engel-Unterberger.

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Unser längster Radweg ist keine 250 Meter lang. Der Rest sind auf die Straßen gepinselte Rad-, Geh -, oder Mehrzweckstreifen.

Christina Engel-Unterberger (Die Grünen)

Neben dem Öffi-Angebot stehen die Erweiterung des Radwegenetzes und die Vision einer Stadtbahn ganz oben auf der grünen Agenda. „Darin sehen wir Potenzial für nachhaltigen Verkehr“, meint Engel-Unterberger.

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Es ist absurd, dass es diverse Pläne für einzelne Fortbewegungsmittel, aber kein Gesamtkonzept für unsere Stadt gibt.

Niko Formanek (Neos)

Nicht nur um den Einzug in den Gemeinderat, sondern auch für eine autofreie Innenstadt will der frisch gekürte Neos-Spitzenkandidat Niko Formanek kämpfen. Er fordert ein langfristiges Verkehrskonzept, das einen Mix an Angeboten wie dem Fahrrad, dem Bus, den eigenen Beinen und der Bahn vereint.

Thomas Werth und Nikolaus Frings, Kronen Zeitung

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