20.11.2020 17:00 |

Forschungsprojekt

Landflucht der Vögel: Den Meisen auf der Spur

In der Stadt finden Meisen im Winter mehr Futter. Forscher der Uni Innsbruck untersuchen nun das Wanderverhalten der Tiere rund um die Tiroler Landeshauptstadt - und sie hoffen dabei auf die Mithilfe der Bevölkerung.

Der Gabentisch ist für Vögel im Winter nur sehr spärlich gedeckt. Einige zieht es in den Süden. Andere ziehen in die Stadt. Das ist die Beobachtung, der nun die Forscher Marion Chatelain und Michael Traugott vom Institut für Zoologie an der Uni Innsbruck auf den Grund gehen.

Was lockt die Vögel an?
„In der Stadt gibt es eine höhere Dichte an Futterstellen. Das ist für Kohl- und Blaumeisen im Winter optimal. Im Frühling brauchen sie aber für die Brut andere Nahrungsquellen wie Insekten und Raupen, die natürlich am Land leichter zu finden sind“, beschreibt Chatelain den Zwiespalt. Nun stellt sich die Frage, wie sich die Vögel an diese Bedingungen anpassen.

Wo sind die Piepmatze?
Die Landflucht der Meisen wollen die Forscher nun in Innsbruck und Umgebung dokumentieren. Dafür haben sie mehr als 100 Kohl- und Blaumeisen gefangen und mit bunten Ringen am Fuß markiert - jedes Tier mit einer eigenen Farbkombination. „Alles tierschutzrechtlich konform“, wird betont. Für den nächsten Schritt der Studie ist die Mithilfe der Bevölkerung erwünscht. Wer einen der gekennzeichneten Piepmatze an einem Vogelhäuschen, im Garten oder beim Spaziergang erspäht, kann dies über die Homepage der Uni Innsbruck melden - im Idealfall mit Nennung der jeweiligen Farbkombination. „Wir möchten auch noch mehr Vögel mit Ringen ausstatten. Dafür suchen wir Gartenbesitzer, bei denen immer wieder Meisen zu Besuch sind und wo wir die Tiere vor Ort mit den Ringen ausstatten können“, äußert Expertin Chatelain ein zweites Anliegen.

Warum gerade Meisen?
Aber warum gerade Meisen? Chatelain bezeichnet sie als Modellorganismen, „von denen man auf viele andere Vögel schließen kann“. Ein Jahr soll die Feldforschung dauern. Am Ende erhoffen sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse darüber, wie Städte das Verhalten von Tieren verändern. Und welche Auswirkungen diese Anpassung hat. Informationen zum Mitmachen unter: www.uibk.ac.at

Claudia Thurner, Kronen Zeitung

 Tiroler Krone
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