12.11.2020 11:00 |

Gemeinderat am Zug

Wave-Abriss droht: „Drama für unseren Verein“

Hier erlernten in 17 Jahren Tausende das Schwimmen, hier tummeln sich Mütter mit Babys neben Senioren und dem Triathlon-Nachwuchs - nun steht die Wörgler Wasserwelt „Wave“ vor dem Aus. Am Montag beraten die Gemeinderat-Fraktionsführer über die Varianten, ein Weiterbetrieb würde Millionen verschlingen.

Die Politik hat die Wahl zwischen Pest und Cholera: Eine Totalsanierung würde mindestens zehn Millionen Euro kosten, eine Teilsanierung trotz Wegfalls des Sportbeckens immer noch 7 Millionen. Weitere Verluste aus dem laufenden Betrieb drohen. Allein Corona verursacht bis April 2021 geschätzte 1,2 Millionen Euro Schaden. „Es wird eine der schwersten Entscheidungen meiner politischen Tätigkeit“, sagte BM Hedi Wechner zur „Krone“. Mehr als 40 Jobs stehen auf dem Spiel.

Belegung ist enorm
Abseits des Zahlen-Horrors ist das Sportbecken im Wave fast durchgehend belegt. An 222 Vormittagen pro Jahr tummeln sich dort Schüler, Senioren blühen im Wasser auf. Allein der Schwimmclub Wörgl verweist – ausgenommen im Lockdown – im Schnitt auf 120 Kinder und 30 Erwachsene, die dreimal wöchentlich im Wave sind. „Die Alternativen in Innsbruck und St. Johann gibt es nur in der Theorie, denn sie sind weit weg und auch dort ist die Belegung groß“, so Vereinsobfrau Simone Aufinger. Für Teile des Schwimmabzeichens (15-minütiges Dauerschwimmen, Tauchen in zwei Metern Tiefe) sei ein Hotelpool ungeeignet.

Nicht nur für Sportelite
Um weit mehr als um Leistungssportler dreht es sich auch beim Triathlonverband. Auch hier organisiert man Kurse für die Kleinen. „Wir tragen sicher dazu bei, dass es kaum mehr Nichtschwimmer in den Volksschulen gibt“, betont Gabi Hausberger vom „Wave Tri Team“. Mit dem Tiroler Triathlonverbands-Präsidenten Julius Skamen plant sie eine Petition an die Stadt, um das Ruder noch herumzureißen.

Viele Schulprojekte
Eine Wave-Schließung würde auch die Wasserrettung schwer treffen. Gruppen mit acht bis 20 Kindern lernen nicht nur schwimmen, sondern Ausdauer, Teamgeist und den Umgang mit Rettungsgeräten. „Dazu kommen Schulprojekte mit bis zu 70 Teilnehmern“, erzählt Michael Außerhofer von der Einsatzstelle Mittleres Unterinntal. Nicht zu vergessen: Für bestimmte Berufe wie Polizisten oder Kindergärtnerinnen ist ein Schwimmschein nötig, den die Wasserrettung anbietet. 

Für viele Vereine wird es schwierig, einen Plan B im Falle einer Wave-Schließung zu finden. Die Aussicht ist düster.

Andreas Moser
Andreas Moser
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