08.11.2020 09:00 |

G´schmackiges Produkt

Reis aus Steirer-Hand macht Fröhlich!

Weizen haben wir in unserem Bundesland, Raps, Kürbis sowieso, Mais zur Genüge. Aber Reis? Der wächst doch nur in China? Nein! Ewald Fröhlich fährt damit auf Erfolgsschiene.

„Reis! Net Mais!“ Das musste der freundliche Südoststeirer schon oft betonen, heute noch schmunzelt er über die erstaunten Blicke, wenn er erzählt, dass er Reisbauer in Halbenrain ist. „Die ersten zwei Jahre nach der Entscheidung war mir allerdings nicht so zum Lachen“, sagt er. Da war er eher versucht, das Projekt einzustampfen, auf das ihn eigentlich der Klimawandel gebracht hatte.

Forschung in Italien

und der Schweiz „Ich kam irgendwie drauf, dass der Reis damit auch in unseren Gefilden gut gedeihen könnte. Im Trockenanbau, der Hitze und weniger Regen gut aushält.“ Im schweizerischen Tessin fand Ewald Fröhlich einen Produzenten, der damit schon erfolgreich war, reiste hin zu Forschungszwecken. „Als er allerdings erfuhr, dass ich das auch machen wollte, war er nicht mehr sehr gesprächig“, erzählt Fröhlich. Auch in Italien war er auf Reis-Mission, im Endeffekt musste er sich aber alles selbst erarbeiten.

Und fuhr 2014/15 wirklich ordentlich ein, die „Ernte war da mehr als dürftig“. Fast war er schon geneigt, jenen Recht zu geben, die das Projekt Reis in Halbenrain zum Scheitern verurteilt hatten. Ein Jahr gab er sich noch mit der einjährigen Kultur - und 2016 kam es dann zum Durchbruch.

Seither fährt Ewald Fröhlich mit Reis auf Erfolgsschiene: Er bringt Mitte April auf acht Hektar die Saat auf, kann die Mittelkornvariante Anfang Oktober, den Rundkornreis zum November hin ernten. Regen braucht der Reis gleich viel wie sein Reimvetter, bewässert wird nach Bedarf. Mit dem herkömmlichen Mähdrescher wird geerntet, fünf Tonnen pro Hektar schafft er im Schnitt. Fünf Bauern aus der Umgebung sind es jetzt schon, die ihm zuliefern!

Denn Ewald Fröhlich hat auch aufmagaziniert: Seit 2019 dreht sich die eigene Reismühle, schält und poliert die Körner, macht sie weiß oder lässt sie in Natur. Gummiwalzen reißen dabei die Spelzen auf, in Folge wird das Korn auf eine Schnecke geblasen, durch die Drehung darin reiben sich die Körner gegenseitig die Silberhäutchen ab, polieren sich. Je nach Intensität wird der Reis weiß oder bleibt in der Naturvariante.

Und nachdem Herrn Fröhlich die Ideen niemals ausgehen, hat er auch an der Verpackung getüftelt ohne Ende, bis er eine umweltfreundliche Holz-Zellulose-Folie, die in die Biotonne kann, erdacht hatte. Der Karton wiederum ist aus recycelten Papier. Wenn schon, denn schon, sagt er.

Umweltfreundliche Verpackung

Eine coole Sache, die voll eingeschlagen hat - die Kunden reißen ihm den Reis aus der Hand, sein Selbstbedienungsladen (in Dietzen 45), in dem es auch Kürbiskernöl, Quinoa, Buchweizen und passende Rezepte dazu gibt, wird seither häufigst besucht. Fröhlich: „Wir merken auch in der Familie, dass wir uns, seit wir Reis, Quinoa und sogenannte Superfoods anbieten, ganz anders ernähren. Viel weniger Fleisch, viel mehr von diesen köstlichen, gesunden Produkten.“ Auch in 200 Geschäften gibt’s den Fröhlich-Reis schon. Für Ewald das größte Kompliment: „Wenn ihn einer isst und sagt, es kommt ihm kein anderer Reis mehr ins Haus - das hat schon was.“ Wir durften Sushi aus Fröhlichs Reis verkosten. Ein kulinarischer Hochgenuss!

Jetzt tüftelt der Tausendsassa an Reiswaffeln. Und wir wissen: Auch das wird ihm gelingen.

Christa Blümel
Christa Blümel
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