27.10.2020 21:00 |

TIGAS expandiert

Im Oberland wurde heuer im Leitungsbau Gas gegeben

Der Einbau einer Ölheizung im Neubau ist ab diesem Jahr verboten. Die Tigas sieht dadurch eine zusätzliche Chance, neue Abnehmer zu gewinnen. Vor allem im Oberland, wo man in ein neues Leitungssystem rund zehn Millionen Euro investiert. In Zukunft soll darin Biogas fließen, die Infos darüber sind aber spärlich.

Den ganzen Sommer lang wird schon gebaggert, gegraben, umgeleitet – unübersehbar der enorme Aufwand entlang des Holzleitensattels bis ins Nassereither Becken. Hunderte gelbe Rohre – meistens am Straßenrand – verraten, dass es sich um eine neue Erdgasleitung handelt. „Nachdem Tarrenz und Nassereith im vergangenen Jahr aus Richtung Imst angeschlossen wurden, komplettieren wir nun die Leitung von Fronhausen aus über Obsteig nach Nassereith“, erläutert Georg Tollinger, technischer Geschäftsführer der Tigas, „die Arbeiten sollten bis Weihnachten beendet sein. Wir haben dann um den Tschirgant eine Ringleitung, das ist für die Versorgungssicherheit wichtig.“ Der zweite Ring von Fronhausen nach Telfs werde in den kommenden zwei Jahren geschlossen.

Reges Interesse in Nassereith und Tarrenz
Man gibt also beim Leitungsbau auch außerhalb der Inntalfurche Gas, zu den derzeit 173 Abnehmergemeinden in Tirol soll eine erkleckliche Zahl dazukommen. Und das Interesse ist beachtlich, wie beispielsweise der Nassereither Bürgermeister Herbert Kröll weiß: „Es gibt in unserem Dorf rund 60 Interessenten. Auch die Gemeinde wird sukzessive alle sieben Gebäude anschließen.“ Tollinger weiß es ganz genau: „Insgesamt 27 Vertragspartner in Nassereith und 42 in Tarrenz.“

„Krone“-Versuch für Tigas nicht schmeichelhaft
Eine Investition von rund 10 Millionen Euro in einer Zeit, in der der Ausstieg aus der fossilen Energie in Tirol bis spätestens 2050 erreicht werden soll? Die Tigas weiß das natürlich und wirbt zurzeit emsig mit dem Begriff „Biogas“. Also nicht fossil, sondern eben das Produkt, das in Biogasanlagen durch Vergärung von Biomasse entsteht. Der Gasversorger bezieht es beispielsweise von der Biogasanlage Schlitters und mengt es dem Erdgas bei. Die Informationen, wie ein Kunde dieses Biogas beziehen kann, hielt Tigas-GF Tollinger auf „Krone“-Nachfrage sehr allgemein. Zu allgemein, um sich aus der Sicht eines Kunden ein Bild machen zu können. Daher versuchte die „Krone“ im Tigas-Kundencenter, eben diese Auskunft telefonisch zu erhalten: Die freundliche Dame erwähnt die Biogasanlage Schlitters und drückt die Vermutung aus, dass es um einen Anteil am Gesamten gehen müsse. Sie könne das aber nicht genau sagen, deshalb ersuche sie, den Gebietsbetreuer anzurufen. Sie gibt dessen Mobilnummer weiter. Nach drei Versuchen über den halben Tag verteilt und keinem Rückruf wird allerdings das Geheimnis, wie ein Kunde zu seinem Biogas kommt, leider nicht gelüftet.

„Anteil an fossilem Gas wird sukzessive sinken“
Das künftige Ziel der Tigas ist laut Tollinger jedenfalls klar: „Der Anteil an fossilem Erdgas wird sukzessive sinken. Wir bauen zurzeit gerade in Roppen eine Anlage zur Nutzung von Biogasüberschuss, die wahrscheinlich im Frühjahr in Betrieb gehen wird.“ Große Hoffnungen setze man zudem auf „Power-to-Gas“. Eine Technologie, mittels der mit überschüssigem Strom aus erneuerbaren Energiequellen – meistens im Sommer - via Elektrolyse Wasserstoff hergestellt wird. Für eventuelle Kunden wird künftig wichtig sein, dass es klare Erläuterungen des „Bio“ gibt, damit man das Gefühl hat, dass auch drin ist, was drauf steht. Das Resultat des „Krone“-Versuches beim Kundencenter war jedenfalls aus der Sicht eines Kunden nicht zufriedenstellend.

Hubert Daum
Hubert Daum
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