Neue Führungen

Die dunklen Ecken der Grazer Stadtgeschichte

Steiermark
24.10.2020 10:00

Niemals vergessen! Dieses Motto haben die Opfer des Zweiten Weltkriegs vorgegeben. Die Grazer Stadtführer werden dem nun mit einer eigens entwickelten Führung gerecht, die zu den Schauplätzen der Nazizeit und des Kriegs genauso führt wie zu Orten der Erinnerung. Premiere feiert man am Nationalfeiertag.

Zur „Stadt der Volkserhebung“ hat Adolf Hitler Graz einst erklärt - doch die Annenstraße war ihm anscheinend nicht geheuer: „Er wollte bei seinem Graz-Besuch nicht durch diese Straße einziehen, weil ihm dort zu viele jüdische Geschäfte waren. Also führte der Einzug durch die Keplerstraße“, weiß Stadtführer Hannes Portugaller. Heute erinnert eine Vielzahl an Stolpersteinen an das jüdische Leben, das damals arisiert, vertrieben und ausgerottet wurde.

„Keine einfachen Führungen“
Es sind Zusammenhänge wie diese, die die Stadtführer von den Graz Guides und Discover Graz in einer erstmaligen Kooperation gemeinsam mit dem GrazMuseum sichtbar und begreifbar machen wollen. „Es sind auch für uns keine einfachen Führungen“, gesteht Ruth Nezmahen (Discover Graz): „Sonst versuchen wir ja eher, unseren Kunden mit lustigen Anekdoten der Geschichte eine gute Zeit zu bereiten. Aber dieses Thema liegt uns allen am Herzen.“

„Graz im Zweiten Weltkrieg“ nennt sich die neue Tour, die Hannes Portugaller, Ruth Nezmahen und David Zottler (v. li.) gemeinsam mit dem GrazMuseum konzipiert haben. Es ist die erste Kooperation von Graz Guides mit
 Discover Graz. (Bild: Christoph Hartner)
„Graz im Zweiten Weltkrieg“ nennt sich die neue Tour, die Hannes Portugaller, Ruth Nezmahen und David Zottler (v. li.) gemeinsam mit dem GrazMuseum konzipiert haben. Es ist die erste Kooperation von Graz Guides mit Discover Graz.

In der rund zweistündigen Führung wandert man ausgehend von der Grazer Burg Orte ab, von denen man oft gar nicht mehr weiß, wie geschichtsträchtig sie sind. So befand sich etwa am Franziskanerplatz das geheime Hauptquartier des Widerstands: „Ein Widerstand übrigens, an den bis heute nur sehr wenige Denkmäler und Gedenktafeln erinnern“, so Graz Guide David Zottler. Warum das so ist? Auch diese Frage wird auf der spannenden und oft auch bewegenden Tour beantwortet.

Bewusstsein für Erinnerungskultur schärfen
„Wir wollen das Auge schulen für die Erinnerungskultur“, so Portugaller. Am Nationalfeiertag feiert die Tour ihre offizielle Premiere, der nächste Termin ist am 8. 11. - um Anmeldung wird gebeten, wegen Corona gibt es nur sehr wenige Plätze. Für Schulklassen und andere interessierte (Klein-)Gruppen ist die Tour auch individuell buchbar.

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