02.10.2020 09:51 |

„Feindliche Übernahme“

Familienstreit um die Zukunft von Swarovski

In der Tiroler Kristall-Dynastie brodelt es gewaltig. Ein Teil der Swarovski-Familie lehnt die Reformpläne des Managements ab und fordert in einem offenen Brief an alle Gesellschafter die Einsetzung professioneller externer Topmanager und lehnt sich gegen eine mögliche Verlagerung der Unternehmenszentrale in die Schweiz auf.

Am Stammsitz in Wattens müssen, wie berichtet, 1600 Mitarbeiter gehen. Die finanziellen und strukturellen Probleme im Konzern mit 3,5 Milliarden Euro Umsatz (2019) will das Management um Robert Buchbauer unter anderem durch Umwandlung in eine Aktiengesellschaft und neue Kompetenzverteilungen lösen.

Doch gemäß den Statuten braucht es dazu Einstimmigkeit in der „Daniel Swarovski KG“, die aus Dutzenden Gesellschaftern besteht. Eine Gruppe um acht Familienmitglieder, unter ihnen Gerhard, Paul, Helmut und Nadja Swarovski, regt sich in dem Brief darüber auf, dass das Management „die Ablehnung der vorgeschlagenen Strukturreform“ nicht zur Kenntnis nimmt.

„Verantwortliche müssen zur Vernunft kommen“
„Die momentan Verantwortlichen müssen zur Vernunft kommen, die Realität akzeptieren und zu einem Abgehen vom rechtswidrigen und brutalen Stil bereit sein.“ Stattdessen gäbe es einen „Maulkorberlass“ (genannt „Kommunikationsrichtlinie“), der den Gesellschaftern Äußerungen zum Unternehmen untersagt.

Kritisiert wird unter anderem, dass eine „interne feindliche Schweizer Übernahme und Verlagerung in die Schweiz bei Entrechtung der bestehenden Gesellschafter geplant“ sei. Da geht es darum, dass die dort ansässige „Swarovski International Holding AG“ die künftige Führungsgesellschaft sein soll.

Manfred Schumi, Kronen Zeitung

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